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Schaeffler Familie will Kontrolle behalten

| Redakteur: Bernd Otterbach

Die Familie Schaeffler will auch nach dem Verkauf von Anteilen die unternehmerische Verantwortung beim angeschlagenen Zulieferer behalten. „Es ist unser Ziel, als wesentlicher Ankerinvestor die Zerschlagung des Unternehmens Conti/Schaeffler zu verhindern und die Arbeitsplätze zu erhalten“, erklärten die Alleineigentümer Maria-Elisabeth Schaeffler und ihr Sohn Georg am Dienstag in Herzogenaurach.

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Sie hatten sich bereiterklärt, zur Sanierung des durch die Conti-Übernahme mit mehr als zehn Milliarden Euro verschuldeten Konzerns einen wesentlichen Teil ihrer Anteile zu verkaufen. Wie viel dies sei, hänge entscheidend von der Bewertung des Unternehmens ab, die wiederum durch die „strategischen Zukunftspotenziale“ bestimmt werde, erklärten die Eigentümer.

Um eine Zerschlagung zu verhindern, müssten sie weiterhin die unternehmerische Verantwortung ausüben können. Dies umfasse mehr als die mit einer Sperrminorität verbundenen Rechte. Sollte die Familie nur eine Sperrminorität zurückbehalten, dann könnte sie bis zu 75 Prozent ihrer Anteile verkaufen.

Conti-Aktie auf Talfahrt

Die Unsicherheit über die Zukunft seines angeschlagenen Großaktionärs Schaeffler hat die Aktie von Continental am Dienstag auf Talfahrt geschickt. Das Papier verlor in der Spitze mehr als 20 Prozent und lag am Nachmittag bei einem Minus von rund 14 Prozent bei rund 11 Euro. Händler in Frankfurt verwiesen auf die überaus angespannte Lage von Schaeffler, das Unternehmen sei schwer unter Druck.

Die Zukunft von Conti unter dem neuen Großaktionär Schaeffler bleibe extrem unsicher, sagten Händler. Dies drücke zusammen mit der sehr schlechten technischen Verfassung der Aktien auf die Kurse. Ein Börsianer sagte: „Schaeffler steht das Wasser offenbar bis zum Hals und der Druck, ein Konzept vorzulegen, um womöglich doch Staatshilfe zu erlangen, steigt immer weiter.“ Die Übernahme sei sehr schlecht für Schaeffler gewesen.

Ramsch-Status

Seit Jahresbeginn hat das Conti-Papier mehr als 60 Prozent seines Wertes eingebüßt. Die Ratingagentur Moody‘s beurteilte die Kreditwürdigkeit von Continental zuletzt nur noch mit „Ba2“ bei negativem Ausblick und gesteht dem Unternehmen damit nur noch „Ramschstatus“ zu.

Die Schaeffler-Gruppe kämpft unterdessen weiter um Staatshilfen. Schaeffler hatte am Montag seine Eigenkapitallücke mit 5 bis 6 Milliarden Euro beziffert. Das Unternehmen suchte am Montag den Schulterschluss mit der IG Metall. Schaeffler verpflichtete sich in einer Vereinbarung mit der Gewerkschaft auf die Einführung weitgehender Mitbestimmung nach dem Vorbild einer Aktiengesellschaft.

dpa

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