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FCA: Marchionne tritt aus gesundheitlichen Gründen zurück

| Autor/ Redakteur: dpa / Jens Scheiner

Fiat-Chrysler-Chef Sergio Marchionne tritt nach 14 Jahren an der Unternehmensspitze von seinem Amt zurück. Sein Nachfolger wird Mike Manley.

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Sergio Marchionne gibt die Chefposten des italienisch-amerikanischen Automobilherstellers Fiat Chrysler sowie der Tocher Ferrari ab.
Sergio Marchionne gibt die Chefposten des italienisch-amerikanischen Automobilherstellers Fiat Chrysler sowie der Tocher Ferrari ab.
(Bild: Fiat)

Fiat-Chrysler-Chef Sergio Marchionne muss die Führung des italienisch-amerikanischen Automobilherstellers aus gesundheitlichen Gründen abgeben. Nach einer Schulteroperation sei es zu unerwarteten Komplikationen gekommen, die sich in den vergangenen Stunden erheblich verschlechtert hätten, teilte Fiat Chrysler am Samstag (21. Juli) mit. Der 66-Jährige könne auch seine Arbeit als Präsident und Vorstandschef der Tochter Ferrari nicht wieder aufnehmen, hieß es in einer Ferrari-Mitteilung.

Marchionne wollte seinen Posten bei Fiat Chrysler eigentlich erst im Jahr 2019 aufgeben nun übernimmt Mike Manley, der seit vielen Jahren zum Top-Management des Autobauers gehört und bisher für die Marke Jeep zuständig war, die Führung des Konzerns. Neuer Präsident von Ferrari wird John Elkann, Angehöriger der Familie Agnelli und Fiat-Präsident. Zum Ferrari-Vorstandschef ernannte der Aufsichtsrat Louis C. Camilleri, der zuvor unter anderem leitende Positionen beim Tabakmulti Philip Morris innehatte.

Bereits seit Freitag kursierten Gerüchte, wonach die Konzernspitzen angesichts des Gesundheitszustands des italienisch-kanadischen Juristen auf der Suche nach einem Nachfolger seien. „Ich bin zutiefst betrübt, von dem Gesundheitszustand von Sergio zu erfahren“, erklärte Elkann nun. „Es ist eine Situation, die ein paar Jahre undenkbar gewesen wäre, und die uns alle mit einem Gefühl von Ungerechtigkeit zurücklässt.“

Letztes großes Ziel erreicht

Marchionne war 2004 an die Fiat-Spitze gerückt, als das Unternehmen kurz vor der Pleite stand. Zehn Jahre später fädelte er die Übernahme des ebenfalls schwer angeschlagenen US-Rivalen Chrysler ein. Seit der Fusion im Herbst 2014 stieg der Wert der Aktie um fast 350 Prozent - und damit so stark wie bei keinem anderen Unternehmen aus der Branche. Als elementares Vermächtnis von Marchionne gilt auch die Fokussierung auf Nischenmarken.

Zum Ende seiner Karriere bei dem Konzern hatte Marchionne sein letztes großes Ziel erreicht und die Schuldenfreiheit des Unternehmens für Ende Juni verkündet.

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