Suchen

Entwicklung FEV und RWTH: Echtzeitvernetzung von Prüfständen

| Redakteur: Jens Scheiner

Um eine Zeit- und Kostenreduktion in der Entwicklung zu erreichen, haben FEV und Mitarbeiter des Lehrstuhls für Verbrennungskraftmaschinen der RWTH Aachen University (VKA) eine virtuelle Verbindung zwischen zwei Prüfeinrichtungen realisiert.

Firma zum Thema

Die virtuelle Welle von VKA und FEV steuert die Lastmaschinen in zwei räumlich getrennten Komponenten-Prüfständen so an, dass das Systemverhalten einer realen mechanischen Welle entspricht.
Die virtuelle Welle von VKA und FEV steuert die Lastmaschinen in zwei räumlich getrennten Komponenten-Prüfständen so an, dass das Systemverhalten einer realen mechanischen Welle entspricht.
(Foto: FEV GbmH)

Die Testumgebung besteht nach eigenen Angaben aus räumlich getrennten Prüfständen, die über eine EtherCAT-Verbindung echtzeitgekoppelt sind. „Durch die virtuelle Welle werden die Lastmaschinen in beiden Komponenten-Prüfständen so angesteuert, dass das Systemverhalten einer realen mechanischen Welle entspricht“, erklärt Professor Stefan Pischinger, President und CEO der FEV Group und Leiter des Lehrstuhls für Verbrennungskraftmaschinen der RWTH Aachen. „So lässt sich eine Interaktion – beispielsweise zwischen Motor und Getriebe – erzielen und dies bereits im Prototypenstatus, also bevor beide Komponenten physisch adaptierbar sind. Dies spart wichtige Entwicklungszeit.“

„Virtuelle Welle“

Der Testaufwand bei modernen Hybridantrieben sei verglichen mit konventionellen Antriebssträngen deutlich höher. Der Hauptgrund hierfür liege in einer größeren Anzahl und der komplexen Interaktion der Komponenten. Gleichzeitig gehe der Trend „Road to Rig“ dahin, bei der Antriebsstrangentwicklung signifikante Entwicklungsanteile vom Fahrzeug auf den Prüfstand und somit in frühere Projektphasen zu verlegen. Vor diesem Hintergrund entwickelte FEV und VKA die „virtuelle Welle“.

Vom Komponenten- zum Verbundtest

Durch die virtuelle Verbindung lassen sich nach eignen Angaben auch Kombinationen eines Hybridantriebs testen, welche mechanisch noch nicht kompatibel sind und erst adaptiert werden müssten. „Beim konventionellen Entwicklungsprozess wird schrittweise die Komplexität von der Einzelkomponente bis hin zum Systemtest im Fahrzeug erhöht“, erklärt Dr. Albert Haas, globaler Bereichsleiter Test Systems bei der FEV. „Zunächst erfolgen Erprobungen der Elektromaschine, des Verbrennungsmotors sowie des Getriebes getrennt in einzelnen Prüfeinrichtungen. Die realen Interaktionen zwischen den Komponenten können jedoch erst anschließend im Verbundtest im Antriebsstrangprüfstand erfolgen.“

(ID:43531756)