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Hyundai ix55 Flagschiff und Imageträger

| Redakteur: Andreas Wehner

Mitten in der Zeit der Abwrackprämie, in der Hyundai mit Kleinwagen die größten Erfolge feiert, stellen die Koreaner mit dem ix55 ihr neues Flagschiff vor. Technisches Highlight des Luxus-SUV ist der neu entwickelte V6-Dieselmotor.

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Das 2,2-Tonnen schwere Luxus-SUV ist bereits seit 2007 als Veracruz in der USA auf dem Markt. Nach Deutschland kommt eine deutlich überarbeitete Version, deren wichtigstes Unterscheidungsmerkmal zur US-Variante ein neu entwickelter Dieselmotor ist.

Für Hyundai-Deutschland-Geschäftsführer Werner H. Frey ist der ix55 in erster Linie ein Imageträger. „Er unterstreicht unsere Kern-Kompetenz im SUV-Segment und setzt für Hyundai neue Maßstäbe“, sagte Frey bei der Vorstellung des Fahrzeugs in Leipzig. Neue Kunden sucht Hyundai bei Fahrern von VW Touareg, Mercedes M-Klasse, BMW X5 oder auch Lexus RX350. Auch für Fahrer mittelgroßer SUV wie Mercedes GLK, BMW X3 oder Audi Q5 soll der ix55 auf Grund seines günstigen Preises eine Alternative sein.

Günstiger Einstiegspreis

Das Fahrzeug kostet in der Grundausstattung „Comfort“ 42.290 Euro. Die Ausstattungsvariante „Premium“ schlägt mit 46.990 Euro zu Buche. Zum Vergleich: BMW verlangt für seinen X5 mindestens 53.100 Euro, die Mercedes M-Klasse kostet mindestens 52.540 Euro. Einen VW Touareg bekommen Autokäufer für 43.300 Euro, allerdings deutlich schwächer motorisiert.

2009 will Hyundai 500 ix55 absetzen. Im ersten vollen Verkaufsjahr sollen es 1.300 Einheiten werden. Für den Gesamtabsatz von Hyundai in Deutschland spielt das SUV kein große Rolle. 50.000 verkaufte Einheiten plant der Importeur für dieses Jahr insgesamt.

Als Zielgruppe für den ix55 machte Hyundai in erster Linie Selbständige und Führungskräfte im Alter von Anfang bis Mitte 40 aus, die Wert auf Komfort, ausgereifte Technik und eine üppige Serienausstattung legen. Die ist durchaus vorhanden: In der Comfort-Variante ist unter anderem ein Audiosystem mit sechs Lautsprechern, RDS-Radio, CD-Spieler und Anschlüssen für MP3-Player und iPod an Bord. Die Klimaautomatik mit Zwei-Zonen-Regelung für die vorderen Sitzplätze beinhaltet auch eine Steuereinheit in der zweiten Sitzreihe und ein gekühltes Fach in der Mittelarmlehne vorne. Elektrische Fensterheber rundum, Geschwindigkeitsregelanlage, ein automatisch abblendender Innenspiegel, ein Rückfahrwarnsystem und ein Regensensor für die Scheibenwischer sind ebenfalls Serie.

In der Premium-Ausstattung ergänzen unter anderem beheizte Ledersitze vorne und in der zweiten Sitzreihe, ein Reifendruck-Kontrollsystem und eine elektrisch betriebene Heckklappe die Serienausstattung.

Einige Ausstattungsdetails fehlen

Andere in dieser Klasse üblichen Ausstattungsdetails finden sich allerdings nicht einmal auf der Optionsliste, wie Abstandswarner und Spurhalteassistent oder eine adaptive Federung. Auch ein eingebautes Navigationssystem ist derzeit noch nicht lieferbar, soll aber ab Herbst erhältlich sein – dann allerdings mit Rückfahrkamera und Bluetooth-Schnittstelle.

Die Verarbeitung ist gut, der Innenraum wirkt aufgeräumt und hochwertig. Trotzdem wünscht man sich etwas weniger Plastik. Das Platzangebot bietet selbst für Großgewachsene keinen Grund zur Klage. Selbst in der dritten Sitzreihe, die im Fahrzeugboden versenkt werden kann, haben die Entwickler für ausreichend Beinfreiheit gesorgt. Platz für Gepäck ist dann allerdings kaum noch. Ohne die zusätzliche Sitzreihe fasst der Gepäckraum 598 Liter.

Erster V6-Diesel der Hyundai-Geschichte

Interessanteste Neuheit im ix55 ist der eigens entwickelte Drei-Liter-Diesel mit Piezo-Injektoren bei der Common-Rail-Einspritzung. Der erste V6-Diesel in der Hyundai-Geschichte verfügt über einen elektronischen Turbolader mit variabler Schaufelgeometrie. Das Aggregat wurde im Diesel-Kompetenzzentrum der Marke in Rüsselsheim entwickelt und bietet mit 176kW/239 PS ausreichend Vortrieb für das tonnenschwere SUV. In 10,4 Sekunden erreicht der ix55 aus dem Stand die 100 km/h. Der Motor ist unaufdringlich leise und laufruhig, so dass man auch bei der Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h gerne etwas länger auf der Autobahn verweilen möchte.

Das Aggregat ist ausschließlich mit einer ebenfalls neu entwickelten Sechs-Stufen-Automatik kombiniert. Der Verbrauch beträgt im Durchschnitt 9,4 Liter (CO2-Ausstoß: 249 g/km). Der ix55 soll ab Mai zu den deutschen Händlern rollen.

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