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Gasantrieb Förderung der Gasantriebe über 2018 hinaus

| Redakteur: Edgar Schmidt

Die kommende große Koalition will Erdgas und Autogas als Kraftstoff länger fördern, eine neue Biokraftstoffstrategie entwickeln und Elektroautos mit zinsgünstigen KfW-Krediten unterstützen.

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Die Gaskraftstoffe sollen auch nach 2018 noch ihre steuerlichen Vorteile behalten.
Die Gaskraftstoffe sollen auch nach 2018 noch ihre steuerlichen Vorteile behalten.
(Foto: VW)

Laut dem gerade verabschiedeten Koalitionsvertrag wollen CDU, CSU und SPD in der kommenden Legislaturperiode die Entwicklung neuer Antriebe und Kraftstoffe weiter unterstützen. „Die bis Ende 2018 befristete Energiesteuerermäßigung für klimaschonendes Autogas und Erdgas wollen wir verlängern“, heißt es wörtlich in der Übereinkunft. Außerdem will die Regierung weiter an ihrer Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie (MKS) arbeiten.

Die Erdgaswirtschaft begrüßt dieses Bekenntnis zum Erdgas als Kraftstoff. „Die große Koalition unterstreicht damit, wie wichtig der alternative Kraftstoff für die Energiewende im Verkehr ist“, freut sich Dr. Timm Kehler, Geschäftsführer der Erdgas mobil GmbH.

Die Interessenvertretung großer Energieunternehmen geht davon aus, dass dieses Signal für alle Beteiligten Ansporn ist, sich nun noch intensiver für Erdgasmobilität zu engagieren. Die durch diese Verlängerung erreichte Investitionssicherheit für Flottenbetreiber werde laut Kehler künftig zu steigenden Zulassungszahlen von CNG-Fahrzeugen führen.

Allerdings hält Erdgas mobil die reine Verlängerung der Steuervergünstigungen noch nicht für ausreichend, um Erdgas erfolgreich zu machen. Die Initiative hofft hier auf die Entwicklung der MKS. Sie fordert eine transparentere Preisauszeichnung an Tankstellen, um den Verbrauchern den Preisvorteil von Erdgas und Bio-Erdgas direkt an der Tanksäule zu verdeutlichen. Nur so werde die staatliche Förderung auch für den Kunden sichtbar.

Auch der Deutsche Verband Flüssiggas (DVFG) begrüßt die im Koalitionsvertrag vereinbarte Steuererleichterung für Autogas über 2018 hinaus. „Mit der Fortschreibung der Steuererleichterung bleibt die Energiewende im Straßenverkehr bezahlbar. Preis- und umweltbewusste Autofahrer haben nun Planungssicherheit bei ihrer Entscheidung für ein Klima, Gesundheit und Portemonnaie schonendes Autogas-Fahrzeug," sagt Rainer Scharr, Vorstandsvorsitzender des DVFG.

Das Elektro-Ziel bleibt

Am Ziel, „eine Million Elektroautos in allen unterschiedlichen Varianten für Deutschlands Straßen bis zum Jahr 2020“, hält auch die neue Koalition in ihrem Vertrag fest und will den Aufbau der entsprechenden Lade- und Tankstelleninfrastruktur vorantreiben. Die Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW) soll zudem ab 2016 ihre Arbeit auf die Implementierung und den Markthochlauf der Brennstoffzellentechnik im stationären und mobilen Bereich konzentrieren.

Allerdings soll es nach wie vor keine Kaufprämie für E-Autos geben. Im Vertrag steht dazu: „Bei der Unterstützung des Markthochlaufs der Elektromobilität setzen wir auf nutzerorientierte Anreize statt auf Kaufprämien. Wir schaffen die Rahmenbedingungen für eine schnelle Kennzeichnung und Markteinführung elektrisch betriebener Fahrzeuge.“

Um E-Auto-Käufer dennoch finanziell zu unterstützen, will die neue Regierung außerdem aus vorhandenen Eigenmitteln der KfW ein Programm mit zinsgünstigen Krediten auflegen, die zur Anschaffung besonders umweltfreundlicher Fahrzeuge dienen sollen und damit insbesondere auch Elektrofahrzeuge fördern. Der Bund soll zudem seinen Fuhrpark sukzessive auf E-Mobile umrüsten. Mit diesen Krediten greift die Große Koalition einen Vorschlag der Nationalen Plattform Elektromobilität auf. Die NPE hatte in ihrem dritten Fortschrittsbericht KfW-Kredite von maximal 30.000 Euro zu einem Effektivzins von 2,5 Prozent pro Jahr vorgeschlagen.

Die Produktion und Verwendung von Biokraftstoffen soll sich laut dem Koalitionsvertrag an den Grundsätzen der Nachhaltigkeit ausrichten. Hierfür will die neue Regierung eine Biokraftstoffstrategie entwickeln, die sich an realistischen Mengenpotenzialen orientiert.

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