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Röchling Fokus auf Kunststoff

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Der Mischkonzern Röchling will sich zu einer reinen Kunststoffgruppe umstrukturieren.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Der Mischkonzern Röchling will sich zu einer reinen Kunststoffgruppe umstrukturieren. "Röchling soll zu einer Marke in der Kunststoffverarbeitung werden", kündigte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Georg Duffner, am Donnerstag, 09.06., in Mannheim an. Das Familienunternehmen plane dazu mehrere Akquisitionen im laufenden und im nächsten Geschäftsjahr. Vom Jahr 2006 an will die Gruppe dann 90 Prozent ihres Geschäftes in der Kunststoffverarbeitung machen.

Der Konsolidierungsprozess imKunststoffmarkt stehe erst am Anfang, erklärte Duffner. Die Branche sei zudem von vielen kleinen und mittleren Unternehmen und keine "Giganten" besetzt. Röchling rechne sich daher gute Chancen. Akquisitionen seien vor allem in Europa, Nordamerika und Südostasien geplant. Über die Investitionssumme wolle der Vorsitzende keine Angaben machen. Bislang basierte das Geschäft der Röchling-Gruppe auf den drei Geschäftsbereichen Technische Kunststoffe, Automobiltechnik und Elektronik.

Die Industriellenfamilie hatte Ende 2004 bereits ihren Anteil am Rüstungskonzern Rheinmetall verkauft. Im Geschäftsjahr 2004 waren bei Röchling der Umsatz von 1,52 Milliarden Euro im Vorjahr auf 1,39 Milliarden Euro und das Vorsteuerergebnis um 35 Prozent auf 23,7 Millionen Euro zurückgegangen. Der Überschuss betrug 15 Millionen nach 22 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2003. Die Zahl der Mitarbeiter verringerte sich um rund 1.100 auf knapp 8.000. Als Grund für die negative Entwicklung wurden starke Verluste in der Elektroniksparte genannt.

Im ersten Quartal 2005 ging der Umsatz nach Unternehmensangaben um 16 Prozent auf 298 Millionen und das Vorsteuerergebnis um 83 Prozent auf 1,2 Millionen Euro zurück. Preiserhöhungen beim Rohmaterial für Kunststoffe um bis zu 30 Prozent und die Probleme, diese an die Kunden weiterzugeben, nannte Duffner als Erklärung für die Entwicklung. "Das ändert aber nichts an unserer grundsätzlichen Fokussierung auf das Kunststoffgeschäft", betonte der Vorsitzende. Er gehe von einer Belebung des Geschäftes im zweiten Halbjahr und einer Ergebnisverbesserung für das Gesamtjahr aus.