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Naturfasern Ford kooperiert mit Tequila-Hersteller

| Autor / Redakteur: SP-X / Thomas Günnel

Ford kooperiert mit dem weltweit führenden Tequila-Hersteller Jose Cuervo. Der Hintergrund: ein Verbundkunststoff für Fahrzeugteile basierend auf Agaven-Fasern.

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Arbeiter bei der Agaven-Ernte. Ford kooperiert mit dem weltweit führenden Tequila-Hersteller Jose Cuervo, um aus den Überresten der Pflanze Leichtbau-Fahrzeugteile herzustellen.
Arbeiter bei der Agaven-Ernte. Ford kooperiert mit dem weltweit führenden Tequila-Hersteller Jose Cuervo, um aus den Überresten der Pflanze Leichtbau-Fahrzeugteile herzustellen.
(Bild: Ford )

Ford und der Tequila-Hersteller Jose Cuervo kooperieren. Der Automobilhersteller will aus Überresten der Agave – der Basis für Tequila – Leichtbau-Fahrzeugteile herstellen. Die Agave-Fasern verbleiben bei der Produktion von Tequila als Nebenprodukt. Erste Bewertungen zeigen laut Ford vielversprechende Möglichkeiten für den Einsatz im Fahrzeuginnenraum und für Kabelbäume, Klimatisierung oder Ablagen. Neben der Gewichtsersparnis ließe sich so der Anteil der Bauteile reduzieren, die derzeit petrochemisch entstehen. Die Kooperation mit Jose Cuervo ist das jüngste Beispiel für den Ansatz von Ford bei Biomaterialien. Der Automobilhersteller hatte bereits im Jahr 2000 mit Forschungen zu „nachhaltigen“ Materialien begonnen, unter anderem mit Sisal-Fasern einer anderen Agavenart. Heute setzt der Hersteller bereits insgesamt acht unterschiedliche Biomaterialien in seinen Fahrzeugen ein, darunter Soja-Schaum, Rizinusöl, Weizenstroh, Kenaf-Fasern, Cellulose, Holz, Kokos-Fasern und Reiskornschalen.

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Wie die Überreste entstehen

Bei der Tequila-Produktion werden Bestandteile der Pflanze nach der Ernte geröstet, anschließend extrahiert der Hersteller die Pflanzensäfte und destilliert sie. Bislang verwertet Jose Cuervo einen kleinen Teil der verbleibenden Agave-Fasern als Kompost für seine Farmen, einen weiteren, ebenfalls nur geringen Teil, nutzen lokale Handwerker, um Kunstgegenstände oder Papier herzustellen. Die Kooperation zwischen Ford und Jose Cuervo sieht nun eine besondere Nutzung vor, bei der aus den Pflanzenfasern der Agave künftig umweltschonend Fahrzeugteile entstehen können.

Nach Angaben der Vereinten Nationen entstehen weltweit jährlich etwa fünf Milliarden Tonnen Biomasse in Form von Abfällen und landwirtschaftlichen Nebenprodukten. Biomasse ließe sich dabei oftmals relativ einfach und kostengünstig verwerten – das Nutz-Potenzial ist aber bislang nur ansatzweise erforscht.

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