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Sicherheit Ford nutzt Big Data zur städtischen Unfallprävention

| Redakteur: Christian Otto

Ford will Städten bei der Identifikation von Unfallschwerpunkten helfen. Dafür startete der OEM ein Projekt in London, das Big Data nutzt. Die Daten sollen nicht nur mehr Sicherheit, sondern auch einen intelligenteren Verkehrsfluss ermöglichen.

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Ford testete dein Einsatz von Big Data zur Unfallprävention mit Lieferwagen in London.
Ford testete dein Einsatz von Big Data zur Unfallprävention mit Lieferwagen in London.
(Bild: Ford)

Oftmals werden Kreuzungen oder Straßenabschnitte erst nach Unfällen als problematisch für Autofahrer, Fahrradfahrer oder Fußgänger eingestuft. Ford möchte nun Big Data nutzen, um Städte dabei zu unterstützen, besonders gefährdete Standorte ausfindig zu machen.

In London hat der Unternehmensbereich Ford Smart Mobility im vergangenen Jahr auf einer Gesamtstrecke von rund einer Million Kilometer Daten rund um Fahrzeuge und Fahrerverhalten aufgezeichnet. Protokolliert wurden Daten von Fahrten wie beispielsweise Bremsvorgänge, deren Intensität oder die Aktivierung von Warnblinkleuchten. Auf diese Weise wurden laut Ford Fehlerquellen und „Beinahe-Unfälle“ identifiziert. Experten von Ford verglichen die gewonnenen Informationen anschließend mit bestehenden Unfallberichten und entwickelten einen Algorithmus zur Bestimmung der Wahrscheinlichkeit zukünftiger Unfälle.

500 Millionen Einzeldaten gesammelt

Die Ergebnisse der Auswertungen sind Bestandteil des Ford City Data Reports, der gestern (29. November) im Rahmen der Financial Times Future of Transport-Konferenz in London vorgestellt wurde. Die Analyse bietet laut Ford Erkenntnisse aus umgerechnet mehr als 15.000 Fahrzeug-Einsatztagen. Gefahren wurde mit 160 speziell ausgerüsteten Lieferwagen im gesamten Stadtgebiet. Die Flotte legte dabei insgesamt mehr als eine Million Kilometer zurück und lieferte 500 Millionen Einzeldaten.

Jedes Fahrzeug, das an der Studie teilgenommen hat, war mit einem speziellen Lesegerät ausgestattet, das Fahrdaten aufgenommen und zur Analyse in die Cloud hochgeladen hat. Datenwissenschaftler des Ford Global Data Insight and Analytics-Teams werteten die Informationen über ein interaktives Dashboard aus. Diese Technologie könnte laut dem Unternehmen in jedem Straßenumfeld eingesetzt werden, nicht nur in Städten.

Zusätzliche Fahrdaten-Analyse

Der Bericht untersuchte nach Angaben der Verantwortlichen auch andere Möglichkeiten zur Verbesserung des Straßenverkehrs, zum Beispiel die Planung von Lieferwagen-Fahrten am frühen Morgen vor den Stoßzeiten. Durch die Fahrdaten-Analyse lassen sich demnach eventuell auch die besten Lade-Standorte für Elektrofahrzeuge ausfindig machen.

„Der Ford City Data Report ist ein Schaufenster dessen, was wir bei Ford mit vernetzten Fahrzeugdaten, intelligenter Infrastruktur und unseren analytischen Fähigkeiten erreichen können. Wir bieten Städten an, mit uns zusammenzuarbeiten, um gemeinsam Probleme zu lösen“, sagte Sarah-Jayne Williams, Director, Ford Smart Mobility, Ford of Europe.

Ford betont, dass jede datengesteuerte Lösung von der Bereitschaft der Autofahrer abhängt, ihre Daten preiszugeben und auszutauschen.

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