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Continental Fuel Supply kommt unter den Hammer

| Redakteur: Bernd Otterbach

Die Continental AG plant den Verkauf der Sparte Kraftstoffversorgung (Fuel Supply). CEO Manfred Wennemer kündigte zudem weitere Verkäufe an.

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Da dieser Geschäftsbereich nicht zu den Kernaktivitäten zähle, solle er bis zum Jahresende abgegeben werden, sagte Continental-Vorstand Karl-Thomas Neumann am Mittwoch in Regensburg.

Die zur Division Powertrain gehörende Sparte umfasst Systeme zur Kraftstoffförderung und Tankentlüftung. „Da dieses Geschäft nicht zu den Kernaktivitäten der auf Komponenten rund um Motor und Antriebsstrang fokussierten Division zählt, haben wir uns nach eingehender Analyse für den Verkauf entscheiden“, erklärte der für die Division Powertrain verantwortliche Continental-Vorstand Dr. Karl-Thomas Neumann.

Trennung bis Ende des Jahres

„Wir suchen jetzt einen Käufer, der dem Geschäft neue Perspektiven geben und gleichzeitig seine Kompetenz erweitern kann. Wir gehen davon aus, bis Ende des Jahres einen adäquaten Käufer gefunden zu haben“, so Neumann weiter. Der Bereich Fuel Supply sei profitabel und nehme eine führende Marktposition ein.

Die Sparte Fuel Supply beschäftigt aktuell rund 3.500 Mitarbeiter weltweit. Sie entwickelt und fertigt an rund zehn Standorten. Im vergangenen Jahr erzielte die Sparte einen Umsatz von etwa 450 Millionen Euro.

„Aktive Portfoliopolitik“

Im Zuge der Verkaufs-Ankündigung verwies Neumann auf die „aktive Portfoliopolitik“ als elementaren Bestandteil der Conti-Strategie: „Das bedeutet, dass wir grundsätzlich sowohl mögliche Zukäufe von Firmen als auch Optionen für Verkäufe von Unternehmensteilen ständig überprüfen.“

VDO wird weiter konsolidiert

Auch Conti-Chef Manfred Wennemer räumte unterdessen ein, dass es für das Unternehmen keinen Sinn ergebe so breit aufgestellt zu sein. „Deshalb werden wir konsolidieren.“ Damit geht der nach der Übernahme der Siemens-Tochter VDO eingeschlagene Weg der Bereinigung der Konzernstruktur weiter. Wennemer betonte, dass Continental und VDO zusammen über 200 Standorte welweit hätten.

Nutzfahrzeug-Reifengeschäft vor Verkauf

Derzeit prüfe jeder Geschäftsbereich seine Standorte. Nachdem die Hannoveraner bereits das Elektromotorengeschäft an Brose verkauft haben, schloss Wennemer weitere Veräußerungen wie etwa des Nutzfahrzeug-Reifengeschäfts nicht aus. „Diese Division sehen wir uns seit Jahren immer wieder an, und wie schon zuvor will ich nicht ausschließen, dass wir uns vom Nutzfahrzeug-Reifengeschäft trennen“, sagte Wennemer und ergänzte: „Vor allem, wenn es nicht die Zielgröße einer Rendite von zehn Prozent erreicht.“

Schlechte Karten für Bereiche außerhalb der Top-3

Vielleicht ergebe sich aber im Nutzfahrzeug-Segment durch die Kombination von Lkw-Reifen und VDO-Tachometern ein neues Geschäftsfeld mit intelligenten Reifendruck- und Informationssystemen. Insgesamt stehen laut Wennemer alle Geschäfte, in denen Continental nicht unter den ersten drei ist, die nicht zum Kerngeschäft zählen oder in denen langfristig nicht die notwendigen Renditeziele mit vernünftigem Kapitaleinsatz erreicht werden können, „grundsätzlich unter Beobachtung“.

Rezession in Deutschland unwahrscheinlich

Zuversichtlich zeigte sich der Conti-Chef dagegen darüber, dass die Hypothekenkrise nicht zu einer Rezession in Deutschland führen wird. „Eine Rezession kann man nicht ausschließen, aber gibt es derzeit Anzeichen für eine solche Gefahr? Nein, die sehe ich derzeit nicht“, sagte Wennemer.

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