Knorr-Bremse Für Übernahmen gerüstet

Redakteur: Bernd Otterbach

Der Bremsenspezialist Knorr-Bremse sieht sich nach einem Rekordjahr angesichts einer guten Eigenkapitalausstattung auch für größere Übernahmen gerüstet.

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Akquisitionen in der Größenordnung von 600 Millionen bis zu einer Milliarde Euro könne das Unternehmen stemmen, sagte Vorstandschef Raimund Klinkner am Dienstag in München. „Wir sondieren das Feld nach vielen sinnvollen Ergänzungen, die ein einheitliches Ganzes bilden“, konkrete Übernahmeziele nannte er aber nicht. Mit einem größeren Abschluss noch in diesem Jahr sei allerdings nicht zu rechnen.

Herausforderung Dollar-Schwäche

2008 will das Unternehmen sein Wachstumstempo vom Vorjahr mindestens halten und das Ergebnis überproportional steigern. Herausforderungen seien dabei neben der Dollarschwäche auch die weiter steigenden Rohstoffpreise und die sich abzeichnende Konjunkturabschwächung. „Das Jahr 2008 birgt für Knorr-Bremse Chancen und Risiken“, sagte Klinkner. Knorr-Bremse sei aber gut gestartet und wolle in den kommenden Jahren auch die Zahl seiner Mitarbeiter deutlich aufstocken von zuletzt knapp 14.000 auf 15.400 bis 2010.

Knorr-Bremse setzt auf Russland

Bei seinen weiteren Wachstumsplänen setzt das Unternehmen beispielsweise auf den boomenden russischen Markt, wo ein Joint Venture mit dem Lastwagenhersteller Kamaz geschlossen wurde. Der Umsatz von derzeit rund 60 Millionen Euro in Russland soll bis 2012 mehr als verdreifacht werden. Generell dürfte die rege Lkw-Nachfrage in Europa in diesem Jahr das hohe Niveau von 2007 noch übertreffen und der Markt für Schienenfahrzeuge weiter zulegen, erwartet Klinkner. Für den nordamerikanischen Markt hoffe man weiter auf eine leichte Erholung. Dort war der Erstausrüstermarkt für Nutzfahrzeuge wegen der Einführung strengerer Abgasnormen im vergangenen Jahr eingebrochen. Gute Perspektiven sieht das Unternehmen außerdem in Asien.

2007 stiegen die Erlöse des Konzerns um 4,2 Prozent auf 3,251 Milliarden Euro. Wechselkursbereinigt lag das operative Wachstum bei 6,6 Prozent. Der Überschuss legte um 6,6 Prozent auf 197,8 Millionen Euro zu. Knorr-Bremse sieht sich als weltweit führender Hersteller von Bremsensystemen für Schienen- und Nutzfahrzeuge.

dpa

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