Autonomes Fahren Car-to-X-Kommunikation: Geely startet eigene Satelliten

Von Thomas Günnel

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Der Autohersteller Geely arbeitet an einem eigenen Satellitennetzwerk für die Kommunikation von Fahrzeugen. Anfang Juni hat sein Tochterunternehmen Geespace die ersten Flugkörper gestartet.

Der Autohersteller Geely hat über seine Tochterfirma Geespcae seine ersten neun Satelliten gestartet. Vollständig ausgebaut sollen 240 Satelliten im Netzwerk im All sein.
Der Autohersteller Geely hat über seine Tochterfirma Geespcae seine ersten neun Satelliten gestartet. Vollständig ausgebaut sollen 240 Satelliten im Netzwerk im All sein.
(Bild: Geespace)

Der chinesische Autohersteller Geely hat mit seiner Tochterfirma Geespace seine ersten Satelliten ins Weltall geschossen. In der ersten Phase, bis zum Jahr 2025, will Geely 72 Satelliten in die Umlaufbahn bringen. Im zweiten Schritt sollen weitere 168 Satelliten starten – insgesamt sollen dann 240 Flugkörper im All sein.

Mit den „GeeSAT-1“ Low-Orbit-Satelliten will Geely „zentimetergenaue, präzise Positionierungs- und Konnektivitätsunterstützung für seine Fahrzeugmodelle“ umsetzen. Unter anderem sollen Fahrzeuge mit anderen Fahrzeugen oder der Infrastruktur kommunizieren können. Erste Anwendungen umfassen laut Geely aber zunächst Logistikprojekte, zum Beispiel das Echtzeit-Management und die Echtzeit-Steuerung von Transporten.

Geespace soll zum Umweltschutz beitragen

Außerdem will der Autohersteller zum Umweltschutz beitragen, indem die Satelliten zu reinigende Müllfelder im Meer identifizieren. Weitere Möglichkeiten sieht Geespace unter anderem in Infrastrukturdiensten, Anwendungen für intelligente Mobilität, Unterhaltungselektronik und intelligenten Städten. „Geely Future Mobility Constellation“ ist der Name für das Vorhaben.

Laut Geespace-Vorstand und Chefwissenschaftler Tony Wang positioniert sich das Unternehmen mit dem Projekt für kommende Anforderungen an hochpräzise Ortung, weltraumgestützte Kommunikation und Fernerkundungsdienste. Politische Unterstützung und die Nachfrage am Markt beschleunigen laut Wang das Wachstum des kommerziellen Luft- und Raumfahrtsektors.

Lebensdauer fünf Jahre – kein Weltraumschrott

Die jetzt gestarteten Satelliten des Typs GeeSAT-1 sind laut Geely Chinas erste modulare Massensatelliten. Ihre Lebensdauer beziffert Geespace auf fünf Jahre. Danach würden die Flugkörper in die Erdatmosphäre eintreten und zerfallen, ohne Weltraumschrott zu hinterlassen. Mit dem Netzwerk will das Unternehmen den chinesischen Markt und den asiatisch-pazifischen Raum abdecken; nach dem Jahr 2026 plant Geespace mit weltweiter Abdeckung.

Über das Unternehmen Geespace

Geespace ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Geely Technology Group und Chinas erster privater Entwickler, Betreiber und Massenhersteller von kommerziellen Satelliten mit niedriger Umlaufbahn. Bodenstationen betreibt das Unternehmen in Qingdao, Taizhou, Korla, Chengdu und Harbin.

Seit seiner Gründung im Jahr 2018 hat Geespace eine Industriekette für die Entwicklung, Produktion und den Betrieb von Satelliten aufgebaut. Sie umfasst F&E-Zentren in Shanghai, Xi'an und Nanjing, Betriebszentren in Guangzhou und Qingdao, Geschäftsentwicklungszentren in Peking und eine hochautomatisierte Test- und Produktionsanlage für Satelliten in Taizhou.

500 Satelliten jährlich

Seit Anfang September 2021 entstehen im Produktions- und Testzentrum kommerzielle Satelliten. Die jährliche Kapazität liegt bei 500 Einheiten. Der GeeSAT-1 ist laut Geely der erste von weiteren Satellitenmodellen von Geespace. Auch ein Verkauf der Satelliten an Dritte ist laut Geely denkbar.

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