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Elektromobilität Gemeinsame europäische IT-Lösung

| Redakteur: Thomas Günnel

Die Betreiber der Netzwerke „Blue Corner“, „e-laad“ und „ladenetz.de“ arbeiten an einem gemeinsamen europäischen Clearinghouse für Elektromobilität. „e-clearing.net“ soll als zentrale Schnittstelle Autorisierung, Verrechnung und Mehrwertdienste bieten.

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Die Partner der Kooperation gaben ihre Entscheidung am 16. Januar auf der European Motor Show in Brüssel bekannt. Im Rahmen eines vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Forschungsprojektes findet die Entwicklung des Clearinghouse in den nächsten zwei Jahren statt. Als zentrale Schnittstelle der Elektromobilität wird e-clearing.net die Aktivitäten unterschiedlicher Ladestationshersteller, -betreiber und Fahrstromanbieter im In- und Ausland bündeln. Das Ziel: Elektromobilität in ganz Europa unkompliziert bereitzustellen.

Um den grenzüberschreitenden Zugang zu öffentlichen Ladestationen für Elektrofahrzeuge auszubauen, haben die drei Initiativen ladenetz.de, Blue Corner und e-laad bereits im vergangenen Jahr ein Übereinkommen zum länderübergreifenden „E-Roaming“ abgeschlossen. Damit ermöglichen die jeweiligen Partner ihren Kunden in Deutschland, den Niederlanden und Belgien ihr Elektro-Fahrzeug mit Strom zu „betanken“ - ohne zusätzliche Anmeldung. Der Kunde registriert sich wie gewohnt mit seiner RFID-Karte an den Ladestationen, schaltet den Ladepunkt frei und der Strom fließt. Ansprechpartner bleibt für ihn dabei immer sein lokaler Fahrstromanbieter.

Offene Plattform mit neuem Protokoll

„Das System soll als eine offene Plattform realisiert werden, zu der wir ein neues offenes Protokoll entwickeln“, erklärt Arjan Wargers, Leiter Forschung und Entwicklung bei e-laad. Neben dem Speichern und Verwalten der Vorgänge an den Ladestationen enthält das System ein Verzeichnis aller – künftig auch möglichen finanziellen – Vereinbarungen zwischen den beteiligten Akteuren. Diese Vereinbarungen können zum Beispiel die Beträge pro kWh, pro Einheit oder Pauschalen betreffen. Aus der Kombination dieser beiden Funktionen lassen sich notwendige finanzielle Ausgleichszahlungen unter den Teilnehmer des Clearinghouses ableiten. Mithilfe des offenen Protokolls können die Teilnehmer ihr eigenes System mit e-clearing.net verbinden. Dazu ist nur eine Implementierung des Protokolls auf dem eigenen System nötig. Die erste Realisierung soll im Juni 2012 einsatzbereit sein und in den ersten Jahren für Partner im Rahmen des Forschungsvorhabens kostenlos zur Verfügung stehen.

Die Anforderungen an eine IT-Lösung erarbeitet das Forschungsprojekt „econnect Germany – Stadtwerke machen Deutschland elektromobil“. Das Projekt ist Teil des Technologiewettbewerbs „IKT für Elektromobilität II“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi). Bei „econnect Germany“ untersuchen sieben Stadtwerke, acht Industriepartner und vier Hochschulen seit dem 1. Januar 2012 Anforderungen an eine zukunftsfähige Elektromobilität und entwickeln nachhaltige Mobilitätskonzepte. Besondere Berücksichtigung findet die Infrastruktur von Stadtwerken.

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