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Schaeffler und Conti Gemeinsamer Einkauf und weniger Zulieferer

| Redakteur: Bernd Otterbach

Mit gemeinsamem Einkauf wollen Schaeffler und Continental jährlich eine dreistellige Millionensumme sparen. Durch die weltweite Einkaufskooperation ergebe sich bis 2011 ein Einsparpotenzial von 350 bis 400 Millioenen Euro, teilten Conti und Schaeffler am Freitag mit. Zugleich kündigten die beiden hoch verschuldeten Unternehmen an, die Zahl ihrer Zulieferer deutlich zu reduzieren.

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Die Zusammenarbeit im Einkauf wurde zum 27. März 2009 vertraglich vereinbart. Schaeffler und Continental erreichten im vergangenen Jahr ein Einkaufsvolumen von insgesamt rund 20 Milliarden Euro. Das synergiefähige jährliche Einkaufsvolumen betrage etwa 6,6 Milliarden Euro, so die Mitteilung weiter. Schaeffler habe aufgrund eines jährlichen Einkaufsvolumens von bis zu 1 Million Tonnen Stahl besonders gute Einkaufskonditionen bei diesem Werkstoff. Die Stärke von Conti liege hingegen im Einkauf von mechanischen und elektronischen Komponenten. Auch die Zulieferer von Continental sollen auf diesem Weg besseren Zugang zu den globalen Stahlmärkten erhalten, als sie es derzeit für sich alleine haben. Umgekehrt will Schaeffler vom großen Zulieferer-Portfolio der Continental AG profitieren.

Schaeffler-Geschäftsführer Jürgen Geißinger erklärte laut Mitteilung, man erreiche nun deutlich bessere Kostenstrukturen. Dies sei ein erster wichtiger Schritt in eine erfolgreiche Zukunft. Die weltweite Einkaufskooperation ist das erste große, gemeinsame Projekt nach der Übernahme von Conti durch Schaeffler.

2.800 statt 5.600 Lieferanten

Beide Unternehmen wollen künftig nur noch mit 2.800 statt bisher 5.600 Zulieferern von Produktionsmaterialien zusammenarbeiten. Schaeffler verfüge selbst über hohe Fertigungskompetenz bei der Herstellung von Präzisionselementen für Motor, Getriebe und Antriebsstrang. Conti-Chef Karl-Thomas Neumann erklärte, die Zusammenarbeit sei ein wichtiger Baustein, um „uns zu einem globalen Champion der Automobilzulieferindustrie zu entwickeln. Continental und die Schaeffler Gruppe werden am Markt ab jetzt mit einer Einkaufsstrategie, mit einheitlichen Qualitätsstandards und mit einer gemeinsamen Lieferantenbasis agieren.“

Beide Firmen halten außerdem deutliche Einsparungen bei den Ausgaben für Logistik, Energie, Büromaterial oder Hardware- und Reisekosten für möglich. Die Höhe der Ausgaben für Investitionen und Nicht-Produktionsmaterialien pro Jahr belaufe sich auf 4 Milliarden Euro, teilten die beiden Unternehmen weiter mit.

AI/dpa

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