Sicherheit Digitale Rückspiegel für mehr Sicht nach hinten

Von Michael Kirchberger/Ampnet

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Mit dem dichter werdenden Verkehrsgeschehen sind erweiterte Funktionen der Spiegel des Autos vordringlich geworden. Kamerabasierte Systeme übertragen das Bild vom rückwärtigen Verkehrsgeschehen auf Monitore.

Kamerabasierte Rückspiegel können einen deutlich größeren Bereich überwachen.
Kamerabasierte Rückspiegel können einen deutlich größeren Bereich überwachen.
(Bild: Autoren-Union Mobilität/Gentex)

Nicht nur die Voraussicht ist im Straßenverkehr das A und O der Sicherheit. Auch das rückwärtige Geschehen ist relevant – beim Spurwechsel ohnehin, aber auch beim Rangieren oder beim Einparken. Der Rück- und die Außenspiegel liefern hier neben anderen Assistenten wie Rundumkameras und akustischen Parkpiloten wesentliche Informationen bei der Wahl des Fahrwegs. Dabei gilt der Blick zurück mit Verstand noch gar nicht so lange als schick.

Doch mit dem dichter werdenden Verkehrsgeschehen sind erweiterte Funktionen der Spiegel des Autos vordringlich geworden. Die Technik hat dabei große Sprünge gemacht. Nach der Einführung der automatisch abblendenden Rückspiegel werden mittlerweile kamerabasierte Systeme eingebaut, die das Bild vom rückwärtigen Verkehrsgeschehen auf Monitore übertragen.

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Gentex ist ein Zulieferer für solche digitalen Systeme und liefert aktuell mehr als 40 Millionen Spiegel an die Automobilhersteller. Seit 1974 ist das Unternehmen in Sealand am Lake Michigan im Norden der USA aktiv, ursprünglich mit der Produktion von Feuermeldern beschäftigt, hat sich Gentex bald auf die Fertigung von automatisch abblendenden Spiegeln fokussiert. Heute spielen die digitalen Spiegel die wichtigste Rolle im Portfolio.

Deutlich größerer Überwachungsbereich

Ihr Vorteil liegt im deutlich größeren Bereich, der überwacht werden kann. Er wächst etwa um den Faktor vier. Aber auch die Aerodynamik lasse sich verbessern, denn die Kameras brauchen deutlich weniger Bauraum und lassen sich geschickt in der A-Säule oder an der hinteren Dachkante verstecken. Große Spiegelgehäuse sind hierfür nicht mehr notwendig.

So war auch das Forschungsauto XL1 von Volkswagen das erste Fahrzeug, das mit dieser Technik bestückt war. Das Ziel, mit einem Liter Diesel 100 Kilometer weit zu kommen, wurde erreicht. Besonders bei Lastwagen oder Reisebussen mit ihren übergroßen Spiegelgehäusen lässt sich der Treibstoffkonsum reduzieren. Bei einem Mercedes-Benz Actros etwa gehen die Entwickler von bis zu 1,5 Prozent weniger Verbrauch aus.

Heute nutzen unter anderem Audi, Cadillac, Jaguar Land Rover, Lexus und Honda den digitalen Rückblick. Die OEMs begegnen damit auch der bauartbedingten Verschlechterung der Sicht nach hinten, wenn flache Heckscheiben und ausladende Dachspoiler die Rücksicht mit herkömmlichen Spiegeln einschränken.

Die meisten Autofahrer gewöhnen sich schnell an die neue Ansicht, heißt es von Gentex. Nur Fahrer, die auf eine Sehhilfe angewiesen sind, würden bisweilen über die Anstrengung der Augen, ständig neu fokussieren zu müssen, klagen. Denn ein analoger Spiegel bewahrt die Dreidimensionalität, der digitale mit seinem Monitor kann nur zweidimensional darstellen.

Stufenlose Tönung von Panoramadächern

Die Technik des automatischen Abblendens beherrschen die elektronischen Systeme allerdings perfekt. Die Funktionsweise wird mittlerweile für andere Möglichkeiten eingesetzt. Hierzu pressen die Hersteller eine organische Chemikalie zwischen zwei Glasscheiben.

Durch das Anlegen einer niedrigen Spannung, könne das Glas stufenlos getönt werden – bis es vollständig Undurchsichtig ist. Gläserne Sonnenblenden oder Panoramadächer zum Beispiel können damit einen großen Komfort- und Sicherheitsgewinn bieten. Auch die gerne als Extra bestellte Privacy-Verglasung im Fond muss dann nicht immer dunkel bleiben.

Gentex arbeitet darüber hinaus an einer Fahrerüberwachung. Anders als die üblichen Müdigkeitsassistenten, die lediglich per Algorithmus anhand der Lenkbewegung auf die Ermattung des Fahrers schließen, stellen Monitoringsysteme zweifelsfrei fest, wann dem Menschen am Steuer die Augen zufallen und können entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten. Dies wäre ein weiterer wichtiger Beitrag für das Erreichen der sogenannten Vision Zero.

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