Zulieferer Geschäftsklima-Index auf Allzeit-Hoch

Autor Jens Rehberg

Obwohl es bei den meisten deutschen Zulieferern aktuell rund läuft, werden die Aussichten für das zweite Halbjahr nicht ganz so rosig eingeschätzt. Die Problemskizze ist komplex.

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Die aktuelle Stimmung unter den deutschen Zulieferern ist gut wie selten zuvor.
Die aktuelle Stimmung unter den deutschen Zulieferern ist gut wie selten zuvor.
(Bild: Continental)

Die aktuelle Stimmung unter den deutschen Zulieferern ist gut wie selten zuvor. Laut der regelmäßigen Erhebung des Ifo-Instituts im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft Zulieferindustrie verschiedener Branchenverbände ist der entsprechende Index im Juli um 7,8 Punkte auf den neuen Höchstwert von 55 Punkten angestiegen – das entspricht einem Allzeithoch.

Treibende Kraft für die weiterhin positive Entwicklung sei die aktuell gute Geschäftslage der deutschen Zulieferer.

Die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage entfernt sich zunehmend von den Erwartungen der Befragten (zum Vergrößern bitte klicken).
Die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage entfernt sich zunehmend von den Erwartungen der Befragten (zum Vergrößern bitte klicken).
(Bild: Ifo-Institut)

Gleichzeitig äußerten sich die befragten Unternehmen in Bezug auf die Aussichten für die nächsten sechs Monate auf hohem Niveau gedämpfter als noch im Vormonat. Durch die leichte Abschwächung auf einen Wert von 18 entfernt sich die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage zunehmend von den Erwartungen.

Halbleitermangel drückt auf die Stimmung

Vor allem die Probleme der Automobilhersteller bei der Beschaffung von Halbleitern geben offenbar nach wie vor Grund zur Sorge. Der VDA hat seine Prognose für die deutsche Pkw-Produktion im Vormonat abermals nach unten korrigiert. Er geht nur noch von einem Plus von drei Prozent im Vergleich zum sehr schwachen Vorjahr aus. Somit werden auch die deutschen Zulieferer mit einer Abkühlung in der zweiten Jahreshälfte rechnen müssen.

Zudem wird erwartet, dass sich auch die Folgeschäden der Hochwasserkatastrophe in Westdeutschland negativ auf zuliefernde Unternehmen auswirken. Sind sie direkt betroffen, so sind die Schäden nach ersten Sichtungen zumeist verheerend. Darüber hinaus werde sich die ohnehin bereits angespannte Lage auf den Rohstoffmärkten und in der Logistik nach Ansicht der Experten weiter verschärfen.

Der Geschäftsklimaindex Zulieferindustrie wird von der gleichnamigen Arbeitsgemeinschaft in Zusammenarbeit mit dem Münchner Ifo-Institut ermittelt. Er beruht auf der Befragung von rund 600 Unternehmen und deckt die Branchen Gießerei-Industrie, Aluminiumindustrie, Kunststoffverarbeitung, Stahl- und Metallverarbeitung, NE-Metall-Industrie, Kautschukindustrie sowie technische Textilien ab.

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