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Zulieferer Gespaltene Situation

| Autor / Redakteur: Christoph Baeuchle / Bernd Otterbach

„Im Durchschnitt ist die finanzielle Situation der Automobilzulieferer angespannt“, sagt Martin Haubensak, Partner und Vice President bei AT Kearney.

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»Automobil Industrie«: Wie ist die finanzielle Situation der Zulieferer?

Martin Haubensak: Auf der einen Seite gibt es Zulieferer mit einer Ebit-Marge von über zehn Prozent, andere sind am Limit. Im Durchschnitt ist die finanzielle Situation angespannt. Dies hat mehrere Ursachen: Nach der Krise müssen die Zulieferer ihr Wachstum finanzieren. Zugleich ziehen die Rohstoffmärkte an. Zudem machen die Kunden wieder kräftig Druck auf der Preisseite.

»AI«: Welche Zulieferer sind besonders betroffen?

Haubensak: Vor allem Firmen mit austauschbaren Produkten sind massiv betroffen. Hier besteht die Gefahr, dass die Produktion künftig in Low-Cost-Countries stattfindet. Entscheidend sind Innovationen bei Produkten und Prozessen.

»AI«: Können Sie dies noch differenzieren?

Haubensak: In neuen Segmenten mit wenig Erfahrung und viel Innovationspotential stehen die Unternehmen besser da als in Bereichen, in denen die Zulieferer wenige Chancen haben, sich zu differenzieren. Mit einem einfachen Aschenbecher-Clip macht man heute keine nennenswerten Gewinne mehr.

»AI«: In den vergangenen Monaten sind die Rohstoffpreise stark gestiegen. Wer trägt die Kosten?

Haubensak: Bei Lieferanten mit wenig Rohstoffanteil muss dies die Produktivitätssteigerung abfangen. Ist der Rohstoffanteil hoch, zeigen die Hersteller in der Regel Gesprächsbereitschaft, sofern es angemessen ist. Liegt der Rohstoffanteil dazwischen, kann es weh tun. Da muss man dann durch und geschickt taktieren.

Das Gespräch führte Christoph Baeuchle.

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