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Drivetrain Getrag liefert Handschaltgetriebe für den Mini

| Autor / Redakteur: Jan Rosenow / Jan Rosenow

Der Getriebespezialist hat zwei Handschaltboxen mit bis zu 360 Newtonmetern Drehmomentkapazität für den Mini entwickelt. Dank einer neuen Konstruktion konnten etwa 30 Bauteile entfallen.

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Zwei lange Wellen und eine kurze ergeben das 2,5-Wellenkonzept des Getrag 6 MTT 350.
Zwei lange Wellen und eine kurze ergeben das 2,5-Wellenkonzept des Getrag 6 MTT 350.
(Foto: Getrag/Rene Krause)

Wenn beim Zusammenbau eines Getriebes 30 Bauteile übrigbleiben, dann kratzt sich der Monteur betroffen am Kopf und denkt sich: „Verdammt, irgendetwas habe ich wohl falsch gemacht.“ Aber wenn die Konstrukteure eine neue Schaltbox so entwerfen, dass sie für die gleiche Funktion 30 Bauteile weniger benötigt, dann freuen sie sich – zu Recht. Denn die Komponente wird dadurch leichter, kompakter und manchmal auch billiger.

Beim neuen Getrag-Schaltgetriebe 6 MTT 350 konnten dank einer neuartigen Hauptlagersicherung und in das Gehäuse integrierten Funktionen etwa 30 Bauteile entfallen, meldet das Unternehmen. Das Handschaltgetriebe und seine kleinere Version 6 MTT 220 wird in der dritten Generation des Edel-Kleinwagens Mini verbaut, die gerade auf den Markt gekommen ist.

Für diese Anwendung konnten die Ingenieure aber nicht nur einfach etwas weglassen. Durch das stärkere Drehmoment der neuen BMW-/Mini-Motorengeneration war eine rund 15 Prozent höhere Drehmomentkapazität in Relation zum Gewicht gefordert, für die sie konstruktiv vorsorgen mussten.

Geeignet für viele Modelle – auch bei BMW

Die zwei neuen Handschaltgetriebe sind auf maximale Drehmomente von 220 und 360 Newtonmeter ausgelegt. Dennoch haben sie identische Anschlussmaße, was die Installation in die Fahrzeuge vereinfacht. Dank ihres modularen Aufbaus können sie darüber hinaus in einer Vielzahl von Varianten angeboten werden. Sie sind damit auch für künftige Anwendungen gerüstet – etwa für die BMW-Kompaktmodelle mit quer eingebautem Motor, deren Vorbote der 2er Active Tourer ist.

Getrag hat das bereits bei früheren Generationen verwendete, kompakte 2,5-Wellen-Konzept in vielen Details weiterentwickelt. So wurde beispielsweise die Schaltbarkeit dank neuer Synchronisierungen verbessert. Fast alle Bauteile wurden überarbeitet, um Gewicht und Reibung zu verringern. Ein verbessertes Ölmanagement sorgt zudem für geringere Planschverluste. Schön auch, dass die Schaltbox für den englischen Kleinwagen „Made in Germany“ ist. Die Produktion beider Getriebe läuft komplett im Werk Rosenberg (zwischen Würzburg und Heilbronn). Um den höheren Produktionszahlen gerecht zu werden, investiert Getrag insgesamt 45 Millionen Euro in den Ausbau des Standorts, heißt es in einer Pressemitteilung.

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