Suchen

Rheinmetall Gewinnrückgang dank Autoflaute

| Redakteur: Bernd Otterbach

Die lahmende Autokonjunktur schlägt voll auf den Zulieferer Rheinmetall durch. Nicht einmal das gut laufende Rüstungsgeschäft kann die Einbußen mehr abfedern.

Firmen zum Thema

Die Automobilhersteller hätten ihre Bestellungen „drastisch“ reduziert, teilten die Düsseldorfer am Donnerstag mit. Das Unternehmen geht nun davon aus, dass der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) im Gesamtjahr auf 250 bis 260 Millionen Euro zurückgehe. Eigentlich hatte der Konzern das Ergebnis von 270 auf bis zu 290 Millionen Euro steigern wollen.

Noch vor einem Monat hatten die Düsseldorfer ihre Jahresprognose bestätigt, allerdings bereits von einer schwieriger gewordenen Situation in der Autosparte berichtet. Der Bereich hatte zum Halbjahr unter einem schwachen US-Markt gelitten, nun meldete Rheinmetall „weltweit“ Probleme.

Einbruch im Schlussquartal erwartet

„Wir erwarten besonders im laufenden vierten Quartal gravierende Auswirkungen der Absatzkrise“, sagte ein Rheinmetall-Sprecher. Bislang konnte das Rüstungsgeschäft die Probleme in der Autosparte ausgleichen. So liegt das Konzern-EBIT in den ersten neun Monaten nach vorläufigen Zahlen immerhin noch stabil bei um die 157 Millionen Euro.

Zum Umsatz wollte sich der Sprecher nicht äußern, sondern verwies auf die Vorlage der kompletten Zwischenbilanz am 5. November. Dann will das Unternehmen auch einen weiteren Ausblick auf die Jahre 2009 und 2010 liefern. Bislang wollen die Düsseldorfer ihre EBIT-Marge in diesem Zeitraum von 5,4 Prozent im ersten Halbjahr auf dann 9 Prozent verbessern.

Rüstung läuft

In der Autozuliefer-Sparte erwartet der Konzern bis zum Jahresende einen EBIT-Rückgang von von 120 auf „rund“ 80 Millionen Euro - bei einem sinkenden Umsatz, wie der Sprecher ergänzte. Die Prognosen für den Rüstungsbereich sind dagegen weiterhin positiv: Statt 160 will Rheinmetall hier „mindestens“ 180 Millionen Euro verdienen und auch den Umsatz steigern. „Das Geschäft läuft sehr gut“, sagte der Sprecher.

Rheinmetall profitiert vom Umbau der Verteidigungsarmeen hin zu schnellen Eingreiftruppen. Das Unternehmen liefert unter anderem gepanzerte Truppentransporter an die Bundeswehr. Im vergangenen Jahr hatten die Düsseldorfer bei einem Umsatz von 4 Milliarden Euro unterm Strich 150 Millionen Euro verdient.

dpa

(ID:275542)