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Infotainment Google und Co. drängen in die Automobilindustrie

| Redakteur: Michael Ziegler

Die Managementberatung Berylls Strategy Advisors erklärt in einem Positionspapier – im Nachgang zur Consumer Electronics Show (CES) 2014 – die Potenziale von Software-Riesen wie Google für das Infotainment künftiger Fahrzeuge.

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Derzeit ist Google-Software in Fahrzeugen noch nicht nennenswert vertreten. Das könnte sich laut der Managementberatung Berylls Strategy Advisors in Zukunft ändern.
Derzeit ist Google-Software in Fahrzeugen noch nicht nennenswert vertreten. Das könnte sich laut der Managementberatung Berylls Strategy Advisors in Zukunft ändern.
(Foto: Berylls Strategy Advisors)

Der Siegeszug des mobilen Internets macht auch vor der Automobilindustrie keinen Halt. Die unterschiedlichen Richtungen, welche die Hersteller dabei einschlagen, sind dabei nur Ausdruck für die Unsicherheit der Branche über die beste Strategie.

Perspektivisch stehen die Hersteller zunehmend in Konkurrenz zu Internetriesen wie Google oder Apple, die im Automobil ein weiteres, mobiles „Device“ sehen. Bei der Suche nach Handlungsoptionen sollten sich die OEMs laut Berylls daher vielmehr auf fahrzeugnahe Dienste und die Stärkung der eigenen Wertschöpfungskette durch die Fahrzeugvernetzung konzentrieren.

Die Fahrzeugvernetzung erlebt seit wenigen Jahren eine Renaissance: nicht nur die Premium-OEMs intensivieren ihre Aktivitäten deutlich, sondern erstmals wird die Fahrzeugvernetzung auch im Volumensegment als ein strategisches Betätigungsfeld betrachtet. Ein schlüssiges, mehrwertiges Konzept hat sich bisher jedoch nicht durchgesetzt. „Verglichen mit der Consumer Electronics-Industrie stecken Connectivity und Online-Dienste im Automobil noch in den Kinderschuhen. Zwar offerieren mittlerweile alle namhaften Hersteller vergleichbare Funktionalitäten im Auto, deren Mehrwert für den Kunden ist jedoch fraglich“, so Dr. Jan Burgard, Partner bei Berylls Strategy Advisors.

Kooperationen immer beliebter – auch mit der Consumer Electronics-Industrie

Naheliegend ist, dass die Hersteller verstärkt auf Kooperationen mit anderen Branchen setzen, um fehlende Ressourcen und Kompetenzen auszugleichen. Google ist einer der Giganten, der seit Jahren in automobilen Teilbereichen aktiv ist und spätestens seit Bekanntgabe der „Open Automotive Alliance“ auf der CES 2014 gezielt auch das Fahrzeug in das eigene Android-Ökosystem einbetten will – eine Strategie, die auch Apple mit der Ankündigung von „iOS in the Car“ verfolgt.

Laut den Experten ist davon auszugehen, dass die Lösungen im Rahmen der neuen Google-Allianz noch mehr Schlagkraft besitzen werden, da Android künftig auf die Bedürfnisse der Automobilindustrie zugeschnitten wird. „Wir gehen davon aus, dass sich die weltweite Verbauquote von Android im automobilen Umfeld im Jahr 2020 je nach Szenario in einer Spanne von 5 bis 32 Prozent bewegen wird“, so Simon Chanias, Analyst bei Berylls Strategy Advisors.

Der Wert für den Hersteller liegt „im eigenen Haus“

Des Weiteren prognostiziert Berylls, dass die Integration eines mobilen Betriebssystems für die Hersteller vorteilhaft sein kann. Während sie der Consumer Electronics-Industrie das Feld bei den wenig profitablen „bunten Diensten“ überlassen, können sich die OEMs auf ihre Kompetenzbereiche konzentrieren. Die Hersteller seien zudem gut beraten, die Potenziale der Vernetzung für die Optimierung der Wertschöpfungskette genauer unter die Lupe zu nehmen. „Das hier brachliegende Potenzial des Fahrzeugs als mobiler Datenlieferant lässt den Business Case ‚Vernetztes Fahrzeug‘ in einem völlig neuen Licht erscheinen“, ergänzt Hendrik Todte, Principal bei Berylls.

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