Suchen

Brose Großes Wachstum erwartet

| Redakteur:

Am Rand der IAA erläuterte Brose-Chef Michael Stoschek seine Ziele: Steigerung des Umsatzes bis 2008 um 50 Prozent.

( Archiv: Vogel Business Media )

Der Automobilzulieferer Brose will in den kommenden fünf Jahren mit aktuellen Produkten das Geschäft um 50 Prozent steigern und seinen Umsatz auf dann 2,7 Mrd. Euro erhöhen. Für dieses Jahr rechnet das Unternehmen infolge des weltweiten Produktionsrückgangs in der Automobilindustrie sowie einigen Modellwechseln mit einem Wachstum von 2 Prozent. Der Gesamtumsatz der Gruppe wird Ende des Jahres rund 1,8 Mrd. Euro betragen.

Bereits im kommenden Jahr erwartet Brose wieder einen prozentual zweistelligen Zuwachs. Wie der Vorsitzende der Geschäftsführung und Gesellschafter der Brose Gruppe, Michael Stoschek, am Mittwoch vor Journalisten auf der IAA in Frankfurt sagte, wird das Unternehmen erstmals 2005 im Ausland einen höheren Umsatz erreichen als im Inland.

Trotz des fortschreitenden Konzentrationsprozesses in der Automobilzulieferindustrie ist das Unternehmen nach Ansicht von Michael Stoschek gut positioniert: "Brose hat sich weltweit als starke Automobilzuliefermarke etabliert." Das Unternehmen verfügt über umfassende Systemkompetenz in den Bereichen Fahrzeugtür und Fahrzeugsitz. Im Arbeitsgebiet Tür erzielt das Unternehmen nach eigenen Angaben rund 80 Prozent des Umsatzes, 20 Prozent entfallen auf den Bereich Sitz.

Brose wird für die Volumenmodelle Golf und Astra, die erstmals auf der IAA vorgestellt werden, Sitzverstellungen und Fensterheber liefern. Derzeit werden für weltweit 17 Fahrzeugmarken modulare Türsysteme entwickelt. 70 Prozent aller weltweit eingesetzten Türsysteme verfügen über das von Brose entwickelte Prinzip der Nass-/Trockenraumtrennung: Im Nassraum der Tür sind die mechanischen Komponenten untergebracht, im Trockenraum die elektrischen und elektronischen.

Dieser Türaufbau erhöht die Funktionssicherheit, weil die gesamte Tür ohne weitere Dichtmaßnahmen gegen das Eindringen von Wasser, Staub und Schmutz abgedichtet wird. Das Abdichten einzelner elektronischer Komponenten wird überflüssig, der Automobilhersteller spart Kosten. Die Systemkompetenz von Brose umfasst alle Funktionen hinsichtlich Mechanik, Elektrik und Elektronik für Tür und Sitz. Bereits heute macht der Anteil elektronischer Komponenten etwa 15 Prozent des Gesamtumsatzes aus.

Rund 7.000 Mitarbeiter arbeiten für Brose derzeit an 26 Standorten in 20 Ländern, 2006 werden es 33 Standorte sein. Das Familienunternehmen belegt Platz 54 unter den größten Automobilzulieferern weltweit und ist gleichzeitig das achtgrößte Familienunternehmen in dieser Branche. Unter den deutschen Zulieferern rangiert Brose an 13. Stelle.

Auch in Zukunft will die Brose Gruppe weiterhin auf die internationale Strategie setzten. So will man in den nächsten drei Jahren das Engagement in Europa und vor allem Nordamerika verstärken. "Bis 2008 wollen wir weltweit mit Komponenten und Systemen das Geschäftsvolumen um rund 900 Mio. Euro ausdehnen und dafür sieben neue Produktionswerke errichten", sagte Michael Stoschek.