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Subaru Boxer Gut Ding will Weile haben

| Autor / Redakteur: Jürgen Goroncy/Hartmut Hammer / Bernd Otterbach

Nach unvorstellbaren 22 Jahren Laufzeit hat der kleine, aber feine japanische Autobauer Subaru sein Brot-und-Butter-Ottoaggregat erneuert. Der neue Boxer konsumiert zehn Prozent weniger Kraftstoff, hat eine bessere Drehmomentkurve und die gleiche Leistung wie der Vorfahr.

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War damals der Legacy das Premieremodell, darf heuer der facegeliftete Forester die ersten Exemplare des neuen Motors präsentieren. Der gegenläufig arbeitende Vierzylinder-Boxermotor soll die Basis für eine neue Motorengeneration bilden, die laut Subaru „ganz im Zeichen der globalen Umweltverträglichkeit“ stehen soll.

Der Start ist vielversprechend. So konsumiert der neue Motor im Forester zehn Prozent weniger Kraftstoff (7,5 Liter pro 100 Kilometer, 173 Gramm CO2 pro Kilometer) als sein Vorgänger, obwohl die Leistung mit 110 Kilowatt bei 6.000 Umdrehungen pro Minute gleich geblieben ist. Das Drehmoment (maximal 198 Newtonmeter bei 4 200 Umdrehungen pro Minute) ist insbesondere im unteren und mittleren Drehzahlbereich deutlich kräftiger geworden. Mit Hilfe eines kompakteren Brennraums und eines modifizierten Ansaug-/Auslasssystems will Subaru die Abgasemissionen deutlich abgesenkt und den Motor für künftige noch strengere Abgasnormen fit gemacht haben.

Längerer Kolbenhub

Die höhere Kraftstoffeffizienz und bessere Drehmomentkurve geht auf das Konto eines längeren Kolbenhubs. Mit einem Hub von 90 und einer Bohrung von 84 Millimeter ist die neue Motorengeneration zum Langhuber mutiert, während es bisher (Hub 75 und Bohrung 92 Millimeter) genau andersherum war. Da die Hubverlängerung hauptsächlich durch eine Modifizierung des Kurbeltriebs sowie einer Neukonstruktion des Zylinderblocks erzielt wurde, konnte der Motor in seinen Grundzügen erhalten bleiben. Er erfuhr aber etliche Detailverbesserungen.

Wie etwa einen jetzt wesentlich kompakter geformten Brennraum und kleinere Ventilwinkel (27 Grad) als bisher. Eine Nockenwellenverstellung auf Einlass- und Auslassseite ermöglicht eine betriebspunktabhängige Steuerung des Ladungswechsels im sparsamen Atkinson-Zyklus

Auch der Resonator und Krümmer im Ansaugsystem sind modifiziert worden. Eine zusätzliche AGR-Kühlung erlaubt verbesserte Zündzeitpunkte, vermindert so die Klopfneigung und erhöht die Kraftstoffeffizienz.

Verringerte Reibung

Ein Schwerpunkt der Neukonstruktion war auch die Reibungsminderung. Diesem Ziel dienen beispielsweise die höheren Betriebstemperaturen der Zylinderlaufbuchsen, ein präziseres Herstellungsverfahren der Zylinderbohrungen sowie Rollenkipphebel im Ventiltrieb und viele gewichtsoptimierte bewegliche Komponenten – etwa Kolben und Pleuel. Eine effizientere Ölpumpe und die Umstellung des Nockenwellenantriebs auf eine platzsparende Steuerkette sind weitere Maßnahmen.

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