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ZF Gut gerüstet

| Redakteur: Thomas Weber

Der Zulieferer rechnet mit einem schwierigen ersten Halbjahr 2009, zeigt sich aber zuversichtlich, aus der derzeitigen Krise in der Automobilindustrie gestärkt hervor zu gehen.

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Die ZF Friedrichshafen AG wird von der Automobilkrise getroffen, sieht sich aber gut gerüstet für stürmische Zeiten. Eine genaue Prognose für kommendes Jahr wollte ZF-Chef Hans-Georg Härter am heutigen Donnerstag in Stuttgart nicht abgeben. „Unsere Kunden planen auf Sicht“, sagt Härter. Er rechne mit sehr schwierigen Monaten im ersten Halbjahr 2009. Kurzarbeit für die über 36.000 in Deutschland beschäftigten Mitarbeiter sei derzeit zwar nicht geplant, aber auch nicht ausgeschlossen, sollte die Autokrise sich weiter verschärfen. Lediglich in einer Abteilung eines Werkes bei Schweinfurt gebe es Kurzarbeit für 60 Mitarbeiter.

ZF wolle alle flexiblen Instrumente nutzen, die der Konzern in den Boomjahren aufgebaut habe. Dazu gehörten unter anderem der Abbau von Mehrarbeit und Arbeitszeitkonten, die gegebenenfalls tief ins Minus gehen könnten. Aus heutiger Sicht werde es keine betriebsbedingten Kündigungen geben, betonte Härter. ZF beschäftigt weltweit über 61.000 Mitarbeiter.

Trotz der Hiobsbotschaften von den weltweiten Automobilmärkten zeigte sich Härter zuversichtlich, das der Fahrwerks- und Getriebespezialist vom Bodensee aus der Krise gestärkt hervorgehen werde. Die Produktpalette sei was die Treibstoffreduzierung angehe, zukunftsfähig und man gewinne deutlich Marktanteile. Härter betonte, dass der Stiftungsbetrieb ausreichend finanziert und liquide sei. Von Banken sei man nicht abhängig. „Wir sind gut gerüstet, um die Krise unabhängig und stabil zu überstehen“, so der ZF-Chef.

Das für 2008 geplante Wachstum von drei Prozent erreiche der Zulieferer wegen des schlechten vierten Quartals nicht. Die Erlöse stagnierten „auf hohem Niveau“ bei 12,6 Milliarden Euro. Beim Gewinn werde es nach dem Rekordjahr 2007 (917 Millionen operativer Gewinn, 518 Millionen Euro nach Steuern) einen leichten Rückgang, aber immer noch ein sehr gutes Ergebnis geben, sagte Härter.

Die gute finanzielle Position erlaube es ZF auch, in Finanznot geratenen eigenen Zulieferern unter die Arme zu greifen. „Die Anfragen häufen sich“, sagte Härter und fügte an: „Aber wir werden der Versuchung widerstehen, krisengeplagte Wettbewerber zu übernehmen.“

Kritik richtete Härter an die Adresse der Automobilhersteller. Die zahlreichen Ankündigungen von Tests mit kleinen Elektroauto-Flotten könnten falsche Käufererwartungen wecken und zu Kaufzurückhaltung führen. Eine nennenswerte Zahl von Elektroautos werde es frühstens in zehn Jahren geben. Auch 2020 werde der Verbrennungsmotor noch die bestimmende Technik sein, sagte Härter.

dpa

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