Halbjahreszahlen Gute Geschäftsentwicklung bei ZF

Autor / Redakteur: dpa / Nick Luhmann

Das vergangene Jahr hatte ZF noch mit einem Nettoverlust in hoher, dreistelliger Millionenhöhe abgeschlossen. Mittlerweile verdient der Zulieferer aber wieder sehr ansehnlich und legt seine Nutzfahrzeugdivisionen zusammen.

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ZF verzeichnet ein erfolgreiches erstes Halbjahr 2021.
ZF verzeichnet ein erfolgreiches erstes Halbjahr 2021.
(Bild: ZF Friedrichshafen AG)

Nach einem schwierigen letzten Geschäftsjahr verzeichnet der Automobilzulieferer im ersten Halbjahr 2021 wieder schwarze Zahlen. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Friedrichshafen am Bodensee konnte seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 43 Prozent auf 19,3 Milliarden Euro steigern.

Der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern lag in den ersten sechs Monaten des Jahres bei rund einer Milliarde Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte ZF noch ein Minus von 177 Millionen Euro erwirtschaftet.

Im Gesamtjahr 2020 hatte ZF aufgrund der Auswirkungen der Pandemie, der Umbrüche in der Automobilbranche sowie weiter hoher Kosten für Investitionen mit einem Nettoverlust von 741 Millionen Euro abgeschlossen. Der Umsatz war um elf Prozent auf 32,6 Milliarden Euro gesunken.

Es wird sehr schwer sein, die Balance zwischen Klimaschutz, Beschäftigung und den Mobilitätsbedürfnissen der Menschen herzustellen.

ZF-Chef Wolf-Henning Scheider

Der Vorstandsvorsitzende Wolf-Henning Scheider teilte mit, man habe das Momentum aus dem zweiten Halbjahr 2020 mit in dieses Jahr genommen und auch von der wirtschaftlichen Erholung der Automobilbranche profitiert. Das erste Halbjahr war nach Unternehmensangaben aber noch vom Mangel an Halbleitern und unterbrochenen Lieferketten sowie steigenden Preisen für Rohstoffen, Vorprodukten und Logistik geprägt. ZF habe daher seine Lieferketten teils neu justiert und durch eine stärkere Einbindung lokaler Lieferanten verkürzt.

„Darüber hinaus haben sich längerfristige Trends weiter beschleunigt, was sich etwa in Europa in neuen hochambitionierten Grenzwerten für CO2-Emissionen zeigt“, sagte Scheider. „Das steigert zwar die Nachfrage nach rein elektrischen Antrieben, doch es wird sehr schwer sein, die Balance zwischen Klimaschutz, Beschäftigung und den Mobilitätsbedürfnissen der Menschen herzustellen. Es braucht daher auch einen klaren Plan zum Aufbau der Infrastruktur – von der Stromerzeugung über die Stromnetze bis hin zur Ladeinfrastruktur.“

Umsatzprognose bestätigt

Das Unternehmen hält angesichts der Entwicklung im ersten Halbjahr an seiner Umsatzprognose von 37 bis 39 Milliarden Euro für das Gesamtjahr fest und geht mittlerweile davon aus, im oberen Bereich der Schätzung zu landen. Die bereinigte EBIT-Marge erwartet ZF im Bereich von 4,5 bis 5,5 Prozent; der bereinigte Free Cashflow wird zwischen 0,8 und 1,2 Milliarden Euro erwartet.

Auch im zweiten Halbjahr rechnet ZF mit anhaltenden Belastungen durch höhere Kosten für Rohstoffe und Logistikdienstleistungen. Beeinträchtigungen durch die weiterhin geringe Verfügbarkeit von Halbleitern sowie den weiteren Verlauf der Covid-19-Pandemie könnten nicht ausgeschlossen werden.

Neue Division „Commercial Vehicle Solutions“

Zum 1. Januar 2022 werden die beiden ZF-Divisionen Nutzfahrzeugtechnik und Commercial Vehicle Control Systems zur Division „Commercial Vehicle Solutions“ vereint. ZF-Vorstandsmitglied Wilhelm Rehm übernimmt die weltweite Leitung. Ihm zufolge bündele die neue Division das Know-how und die Nutzfahrzeug-Kompetenzen des Zulieferers und werde einen maßgeblichen Beitrag zur ZF-Strategie „Next Generation Mobility“ leisten. „Dazu gehört die kürzliche Markteinführung von ‚OnGuardMax‘, unserem autonomen Notbremsassistenzsystem und erstem kompletten Inhouse-System, das Kamera, Radar, Steuergerät und Betätigung für Nutzfahrzeuge integriert“, sagte Rehm.

IAA Mobility und Marktstart für neue Technologien

Unter dem Motto „Next Generation Mobility. Now!“ präsentiert ZF auf der IAA Mobility 2021 Anfang September in München seine Produkte und Ideen für die Mobilität von morgen. Das neue Konzept gehe laut Scheider weit über das Automobil hinaus und decke alle Segmente der individuellen und öffentlichen Mobilität ab; es biete die perfekte Bühne für die Präsentation des breiten Technologieangebots von ZF.

Im Mittelpunkt des Auftritts werden das „Software-defined Car“ sowie Systemtechnologien für besonders reichweitenstarke E-Fahrzeuge stehen, wie sie etwa Mahindra Racing mit ZF-Antriebsstrang in der Rennserie Formel E einsetzt.

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