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Igus Härtetest im Labor

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Im Sitz, im Getriebe oder in der Abgasrückführung: Iglidur-Gleitlager aus Hochleistungspolymeren sind vielseitig einsetzbar.

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Im Sitz, im Getriebe oder in der Abgasrückführung: Iglidur-Gleitlager aus Hochleistungspolymeren sind vielseitig einsetzbar. Vor der Serienreife stehen intensive Testreihen an. Hochleistungspolymere der Igus GmbH sind mit einem inkorporierten Schmierstoff ausgestattet, der erst die Voraussetzung für die Substitution metallischer Gleitlager schafft.

Damit reduzieren sich die Kosten pro Lagerstelle laut Igus um bis zu 40 Prozent. Wenn sich ein Wälzlager substituieren lässt, seien sogar 90 Prozent möglich. Vor der Serienreife jeder neuen Anwendung sind intensive Tests nötig. Markus Feth, Key Account Manager Automotive: "Die Iglidur-Familie besteht aus Werkstoffen, die sich durch unterschiedliche Eigenschaften auszeichnen. Es gibt temperaturfeste Werkstoffe für motornahe Anwendungen, die auch bei über 200 °C noch eingesetzt werden können, oder Typen, die gegenüber aggressiven Medien beständig sind."

Im Innenraum sind Gleitlager unter anderem Bestandteil der Verstellsysteme von Sitzstrukturen. Im Getriebe gibt es temperaturfeste Varianten für Schaltgabeln und in Drosselklappen wird ein Werkstoff-Typ eingesetzt, der mit glasfaserverstärkten PA- oder PPS-Materialien umspritzt werden kann. Dadurch verschmilzt das Lager mit der Umgebungskonstruktion zu einer baulichen Einheit.

"Auch Klappen und Wellen können eingespritzt werden", ergänzt Feth. Der Aufbau der Werkstoffe ist grundsätzlich gleich: Das Basispolymer wird durch Fasern oder Füllstoffe verstärkt und die Festschmierstoffe, die den Reibwert des Lagers senken, sind homogen ins Material eingearbeitet. Aus der Kombination dieser Komponenten sind mehr als zwanzig Serienwerkstoffe entstanden, die im Gleitlagerlabor von Igus unter den spezifischen Bedingungen und mit der gewünschten Gleitpaarung untersucht werden.

"Wir führen jährlich rund 5000 Versuche durch", konstatiert Feth. Zu den Testparametern gehören Verschleiß, Reibwert und Antriebskräfte in Verbindung mit Schmutz, Witterung, Temperatur und mechanischen Beanspruchungen. Zudem arbeitet Igus permanent an der Entwicklung neuer Polymerwerkstoffe für die Gleitlagerung: Etwa 300 Werkstoffe werden pro Jahr im Labor getestet. Ein Teil davon schafft jedes Jahr den "Sprung" ins Serienprogramm.