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Studie Halbleiterhersteller müssen ihre Marktposition aggressiver verteidigen

| Redakteur: Michael Ziegler

Die Unternehmensberatung Roland Berger prognostiziert in einer neuen Studie über die Halbleiterbranche vier mögliche Entwicklungsszenarien. Darüber hinaus wird erklärt wie europäische und japanische Hersteller ihre Position verteidigen sollten.

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(Foto: SLX )

Eine neue Studie von Roland Berger Strategy Consultants stimmt die etablierte Halbleiterindustrie wenig optimistisch: Seit einigen Jahren kämpft die Branche mit rückläufigen Wachstumsraten. Der weltweite Markt für Mikrochips mit einem Umsatzvolumen von 300 Milliarden Dollar wuchs in den vergangenen fünf Jahren nur noch um durchschnittlich 2,7 Prozent jährlich. Im Zeitraum von 2000 bis 2007 waren es noch 3,3 Prozent pro Jahr. Seit Jahren leidet die Branche an Überkapazitäten und hohen zyklischen Schwankungen. Und die Perspektiven sehen nicht besser aus: Neue asiatische Unternehmen erobern den globalen Massenmarkt für Computerchips – auf Kosten der etablierten europäischen und japanischen Halbleiterhersteller.

„Etablierte Anbieter kämpfen schon seit Jahren mit einem immer schwierigeren internationalen Marktumfeld“, sagt Martin Eisenhut, Partner von Roland Berger Strategy Consultants. „Unsere aktuelle Analyse zeigt vier Szenarien auf, die in Zukunft auftreten können. Dabei ist klar: Nur Hersteller, die auf Dauer in der Lage sind, auf einem globalen Markt Produkte mit einem hohen Mehrwert anzubieten, werden es schaffen, die günstigere Konkurrenz aus Asien zu schlagen.“

Höherer Mehrwert durch Differenzierung

Die neue Roland Berger-Studie „Opportunities and challenges beyond Moore's Law“ zeigt, dass Firmen nicht unbedingt dem bekannten Moore´schen Gesetz folgen müssen, um auf dem Halbleitermarkt erfolgreich zu sein. Nach diesem Gesetz verdoppelt die Industrie die Zahl der Transistoren pro Flächeneinheit auf einem Computerchip alle 18 bis 24 Monate – und das bei den gleichen Kosten pro Fläche. Dazu sind jedoch hohe Investitionen nötig, die oft durch staatliche Beihilfen gefördert werden. Deshalb hat sich der Schwerpunkt dieses Geschäftsmodells immer stärker nach Asien verschoben.

Die Alternative für die hochentwickelte Halbleiterindustrie aus Europa und Japan liegt nach Ansicht der Roland Berger-Experten in neuen Generationen von Computerchips, die ein breiteres Anwendungsspektrum bieten – der so genannte „More than Moore“-Ansatz. Dieser Bereich, der heute schon rund 40 Prozent des Halbleitermarkts ausmacht, wächst doppelt so schnell wie der klassische Massenmarkt.

„Zahlreiche Innovationen, etwa in der mobilen Kommunikation, in der Automobilbranche oder im Bereich der Erneuerbaren Energien haben die Nachfrage nach Halbleitern mit besonderen Eigenschaften erhöht“, erläutert Michael Alexander, Senior Advisor bei Roland Berger Strategy Consultants. „Und in diesen Bereichen erwarten wir auch künftig großes Wachstumspotenzial wegen der starken Verbreitung von neuen, mobilen Geräten und energiesparenden Produkten sowie der Speicherung großer Datenmengen.“

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