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Augmented Reality Head-Up-Displays vor dem Durchbruch

| Autor / Redakteur: sp-x / Gerd Steiler

Musste der Fahrer zum Ablesen von Infos im Auto bisher nach unten auf Tacho & Co. schauen, rücken Head-Up-Displays die Auskünfte direkt ins Blickfeld. Bald schon könnten sie Standard sein.

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Das Combiner-Display ist eine kleine durchsichtige Kunststoffscheibe zwischen Fahrer und Frontscheibe.
Das Combiner-Display ist eine kleine durchsichtige Kunststoffscheibe zwischen Fahrer und Frontscheibe.
(Foto: Bosch)

Immer wieder auf den Tacho und andere Armaturen zu schauen, ist für Autofahrer eine Selbstverständlichkeit – allerdings eine eigentlich unsinnige und sogar gefährliche. Selbst wer nur das aktuelle Tempo erfahren möchte, benötigt für den Blick auf den Tacho eine Sekunde. Was wiederum bei Tempo 100 bedeutet, dass er 30 Meter zurücklegt, ohne auf die Straße zu schauen. Genau diesem Problem wirken Head-Up-Displays entgegen: Sie projizieren ausgesuchte Informationen in das Blickfeld des Fahrers, er kann sie also ablesen, ohne das Verkehrsgeschehen aus dem Blick zu verlieren.

Noch vor kurzem blieb diese Technologie Oberklasse-Fahrzeugen vorbehalten, doch jetzt hält sie auch in günstigeren und kompakteren Modellen Einzug. „In Zukunft“, sagt Enno Pigge von Continental voraus, „werden Autos ohne Head-Up-Displays die Ausnahme sein.“ Verbauen Autohersteller nach Schätzungen des Unternehmens derzeit jährlich 1,5 Millionen Head-Up-Systeme, soll sich diese Zahl schon bis zum Jahr 2018 verdreifachen und sich damit zu einem Milliardenmarkt entwickeln.

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Der Kopf bleibt oben

Noch allerdings kommt vielen Autofahrer das Head-Up-Display recht exotisch und futuristisch vor – dabei ist es im Grunde ein alter Hut. So alt, dass die eigentliche Überraschung darin besteht, dass man sich erst seit rund zehn Jahren verstärkt um den Einsatz im Auto bemüht. Piloten von Kampfflugzeugen vertrauen schon seit den 1940er Jahren auf solche Anzeigen. Einfach weil sie sich so nicht ständig auf die Uhren im Cockpit konzentrieren müssen, sondern das Umfeld ununterbrochen beobachten können. Sie behalten also den Kopf oben, nichts anderes bedeutet schließlich der Begriff Head Up.

Die seit 2001 nun auch in Autos verbauten farbigen Displays waren zunächst recht komplexe Anlagen: Im Mittelpunk stand dabei ein aufwendiges optisches System, das ein Bild mit der gewünschten Information auf eine Fläche projizierte, die zum einen spiegelnd und zum anderen auch lichtdurchlässig sein musste. Was natürlich vor allem auf die Frontscheibe zutrifft. Die Technik sorgt dafür, dass die Informationen beziehungsweise Bilder so wahrgenommen werden, als würden sie rund zwei Meter vor der Scheibe in der Luft schweben. Zuvor allerdings mussten Entwickler manches Problem überwinden: Bei Verbundglasscheiben liegt zwischen zwei Glasschichten eine Kunststofffolie, die das Bild verzerren kann – sie musste also in bestimmten Bereichen der Scheibe dünner ausgelegt sein. Außerdem benötigt das ganze System vergleichsweise viel Platz.

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