Volkswagen „Herr Diess, sind Sie nächstes Jahr noch VW-Chef?“ – „Ja, auf jeden Fall.“

Autor Christoph Seyerlein

Nach Auseinandersetzungen mit dem Betriebsrat war kürzlich über eine Ablösung von Volkswagen-Chef Herbert Diess spekuliert worden. Dieser wähnt sich selbst aber offenbar weiter fest im Sattel.

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Volkswagenchef Herbert Diess wähnt sich weiter fest im Sattel.
Volkswagenchef Herbert Diess wähnt sich weiter fest im Sattel.
(Bild: Volkswagen)

Volkswagen-Chef Herbert Diess stand zuletzt schwer unter Beschuss des eigenen Betriebsrats. Um seine Zukunft in Wolfsburg macht sich der 63-Jährige deshalb aber offenbar keine größeren Sorgen. Beim „Handelsblatt Autogipfel“ antwortete Diess am Mittwoch auf die Frage, ob er im kommenden Jahr noch Volkswagen-Chef sei: „Ja, auf jeden Fall.“

Zuvor hatte der Manager bekräftigt, dass es ihm im jüngsten Konflikt „nicht primär um einen Stellenabbau“ bei VW gehe. „Wir müssen uns darauf einstellen, dass wir neue Wettbewerber bekommen, die ganz anders an die Sache herangehen. Das führt zu notwendigen Diskussionen“, erläuterte Diess. „Wir brauchen bei der Elektromobilität höhere Produktivität, neue Werke. Das ist ein großer Wandel.“

Erst am Dienstagabend hatte VW angekündigt, für sein Projekt Trinity eine neue Fabrik außerhalb des derzeitigen Werksgeländes in Wolfsburg aufziehen zu wollen. „Mit Trinity werden wir im Jahr 2026 das autonome Fahren auf Level 4 zum Mainstream machen“, kündigte Diess an. Zudem soll das Auto das erste werden, in dem VW selbst designte Halbleiter einsetzt. Heute müsse man bei den Chips noch auf Massenware zurückgreifen. Von einem spezifischeren Design erhofft sich der Konzern bessere und autogerechtere Funktionalitäten.

„Wir brauchen eine neue Denke rund um das Auto“

Für den Wolfsburger Konzern sei es auch dabei elementar „schneller zu werden, schneller zu handeln“, so Diess weiter. „Wir brauchen eine neue Denke rund um das Auto.“

Vor Ärger auch aus den eigenen Reihen ist der Konzernchef dabei nicht gefeit. Volkswagen sei ein Unternehmen, das an vielen Stellen unterschiedlich kommuniziere und in dem auch teils verschiedene Interessen verfolgt würden. „Manche Konflikte werden sicher auch ein Stück weit inszeniert und geschürt“, merkte Diess an. Leiser will der Chef deshalb aber nicht werden. „Die Notwendigkeit des Wandels ist nicht immer allen gleich präsent. Das Unternehmen in Frieden zu lassen, wäre sehr gefährlich für alle Beschäftigten“, sagte Diess.

Alles in allem fühle er sich aber „gut unterstützt“. „Wir haben eigentlich alles erreicht, was wir uns im Jahr 2015 vorgenommen hatten“, sagte Diess beispielsweise mit Blick auf die Einführung des Elektro-Baukastens MEB im Konzern. Die kürzlich verabschiedete Strategie würden alle Stakeholder mittragen. Für die Stimmung in Wolfsburg sei nun die Kommunikation entscheidend.

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