Autovermieter Hertz bestellt 100.000 Tesla-Modelle

Autor Christoph Seyerlein

Es ist allem Anschein nach die größte Elektroauto-Bestellung aller Zeiten: Wie viel Geld der Auftrag Tesla in die Kasse spülen wird und warum Hertz voll auf Elektromobilität setzt.

Firmen zum Thema

Der Deal mit Hertz soll Tesla 4,2 Milliarden Dollar Umsatz einbringen.
Der Deal mit Hertz soll Tesla 4,2 Milliarden Dollar Umsatz einbringen.
(Bild: Hertz)

Im Zuge der Coronakrise war Hertz in die Insolvenz gerutscht. Im Juni hat der Vermietkonzern das Verfahren abgeschlossen und verkündet, dass es weitergehen kann. Jetzt macht das Unternehmen mit einem Mega-Deal mit Tesla auf sich aufmerksam: Hertz bestellt nach eigenen Angaben 100.000 Fahrzeuge des US-Elektroautobauers.

Diese sollen bis Ende 2022 ausgeliefert werden. Laut Bloomberg soll es sich um die größte Elektroauto-Bestellung aller Zeiten handeln. Unter Verweis auf Insider berichtet die Nachrichtenagentur, dass das Geschäft Tesla rund 4,2 Milliarden US-Dollar (etwa 3,6 Milliarden Euro) einbringen soll.

Bestellung ist so groß wie 20 Prozent des 2020er-Tesla-Absatzes

Auch aus reiner Stückzahl-Sicht ist der Auftrag für die Kalifornier gigantisch. Im gesamten vergangenen Jahr hatte Tesla weltweit 500.000 Neuwagen ausgeliefert. Nach drei Quartalen 2021 haben Elon Musk und Co. jenen Wert aber bereits getoppt und mehr als 625.000 Einheiten ausgeliefert.

In einem Statement erklärte Hertz, dass man das Ziel verfolge, die größte E-Auto-Mietflotte in den USA aufzubauen. Damit will der Konzern dem steigenden Interesse an Stromern in Nordamerika Rechnung tragen. Bereits im November sollen Kunden die ersten Tesla-Fahrzeuge buchen können. „Elektroautos sind jetzt Mainstream und die globale Nachfrage zieht gerade erst an“, erklärte Firmenchef Mark Fields. Auch in vereinzelten europäischen Städten will Hertz Tesla-Modelle zur Miete anbieten.

Parallel dazu investiert Hertz in die Elektro-Ladeinfrastruktur. Weltweit will der Konzern an seinen Standorten Ladesäulen aufstellen. Laut der Mitteilung sollen es „tausende“ Ladepunkte werden.

Prominentes Werbe-Gesicht

Jedes fünfte Auto in der globalen Hertz-Flotte soll durch das Geschäft ein E-Auto werden. Bis Ende 2022 will Hertz Kunden in 65 Märkten ein Stromer-Angebot unterbreiten können, bis Ende 2023 sollen es sogar mehr als 100 Märkte werden. Leichte Fragezeichen setzte das Unternehmen aufgrund der aktuellen Chip-Krise aber direkt selbst hinter diese Ansage.

Um die Aktion auch angemessen zu bewerben, holt sich Hertz zudem prominente Unterstützung. Football-Superstar Tom Brady wird das Gesicht einer entsprechenden Kampagne.

(ID:47759395)