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Embedded Systems Hidden Champions der Industrie

| Redakteur: Bernd Otterbach

„Embedded Systems“ gelten laut einer Studie von Roland Berger als wichtigstes von sechs strategischen Wachstumsfeldern im ITK-Bereich. In hoch innovativen Branchen wie dem Automobilbau sind Embedded Systems ein bedeutender Treiber von Produktinnovationen.

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Die „Embedded Systems“ - Softwaremodule, Recheneinheiten oder Mikro-Computer - wurden für eine genau definierte Funktion entwickelt und sind meist unsichtbar in ein technisches Umfeld integriert. „In hoch innovativen Branchen wie dem Automobilbau sind Embedded Systems ein bedeutender Treiber von Produktinnovationen. Aktuelle Mittelklasse-Fahrzeuge haben heute über 70 Prozessoren, vor 25 Jahren war es nur ein halbes Dutzend“, sagte Heinz Paul Bonn, Vizepräsident des Branchenverbandes Bitkom auf der Hannover-Messe 2008.

Deutschland auf Rang 3

Deutschland gehört derzeit, nach den USA und Japan, zu den drei größten Herstellern eingebetteter Systeme. Rund 80.000 Systementwickler arbeiten hierzulande an Design und Programmierung von Software für Embedded Systeme – die meisten davon in der verarbeitenden Industrie.

10 Millionen Codezeilen im Fahrzeug

Die in einem einzelnen Fahrzeug eingesetzten Softwarekomponenten umfassen heute rund 10 Millionen Codezeilen. Für das Jahr 2015 werden bereits 100 Millionen Codezeilen prognostiziert – das sind mehr als doppelt so viele wie das Betriebssystem Windows XP zählt. „In vielen Branchen basiert die Produktdifferenzierung in hohem Maße auf der Embedded Software. Ihre Funktionalitäten tragen direkt zur Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen bei, die sie einsetzen“, so Bonn. Entsprechend wird auch der Anteil der Embedded Systems am Gesamtaufwand für Forschung und Entwicklung in Europa steigen: von 9 Prozent im Jahr 2003 auf geschätzte 14 Prozent im Jahr 2009.

Embedded Systeme sind wichtigstes von sechs strategischen Wachstumsfeldern im ITK-Sektor

„Die Zukunft der Digitalen Wirtschaft“

Die Studie „Die Zukunft der Digitalen Wirtschaft“ von Roland Berger Strategy Consultants im Auftrag des Bitkom nennt Embedded Systems als wichtigstes von sechs strategischen Wachstumsfeldern im ITK-Bereich. Das weltweite Marktvolumen wird dort mit mehr als 160 Milliarden Euro beziffert bei einem jährliche Wachstum bis 2010 von 9 Prozent. Deutschland hat durch seine solide industrielle Basis eine hervorragende Ausgangsposition.

Wettbewerbsdruck steigt

Der Wettbewerbsdruck für deutsche Unternehmen steigt jedoch durch die intensive staatliche Förderung besonders in den asiatischen Ländern. „In den USA, Asien und Frankreich werden Embedded Systems in Politik und Öffentlichkeit als strategisches Wachstumsfeld wahrgenommen und gezielt aufgebaut. In Deutschland wird das Thema noch unterschätzt“, so Bitkom-Vizepräsident Bonn.

Arbeitskreis gegründet

Der Bitkom habe daher seine Aktivitäten auf dem Gebiet verstärkt und einen Arbeitskreis „Softwareintensive eingebettete Systeme“ gegründet. Damit soll Embedded Software für Öffentlichkeit und Politik als eigenständiger Wirtschaftsfaktor greifbar gemacht werden. Der Bitkom hat zudem die Beratungsunternehmen Pierre Audoin Consultants (PAC) und Techconsult mit einer weiteren, umfassenden Studie zu diesem Thema beauftragt. Die Ergebnisse sollen im Herbst präsentiert werden und die Auswahl zukünftiger nationaler Förderschwerpunkte sowie die Bildung regionaler Cluster unterstützen. An der Umfrage ist das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie beteiligt.

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