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26.03.2018

Massiver Leichtbau III: Weltweite Leichtbau-Initiative trifft sich in Aachen zu Hands-On-Workshops

Die Initiative Massiver Leichtbau besteht seit 2013. In ihrer ersten Phase erarbeitete sie 42 kg Leichtbau-Potenzial an einem Mittelklasse-Pkw. In der zweiten Phase wurden 99 kg Leichtbau-Ideen an einem leichten Nutzfahrzeug identifiziert.
Die Initiative Massiver Leichtbau besteht seit 2013. In ihrer ersten Phase erarbeitete sie 42 kg Leichtbau-Potenzial an einem Mittelklasse-Pkw. In der zweiten Phase wurden 99 kg Leichtbau-Ideen an einem leichten Nutzfahrzeug identifiziert.
2017 hat sich nun die dritte Phase formiert. 39 Firmen aus Stahl-Herstellung und Massivumformung aus Europa, Japan und USA haben sich zusammengefunden, um Leichtbau-Potenziale an einem hybridisierten Split-Axle-Allradfahrzeug sowie an Teilen eines Lkw-Antriebsstrangs aufzudecken.
Damit hat sich ein in der Schmiedewelt bisher einzigartiges Projektkonsortium aufgestellt: Mit 39 teilnehmenden Firmen aus drei Kontinenten übersteigt es die Größe aller bisherigen Gemeinschaftsprojekte der Massivumformung, und im Übrigen auch die der einflussreichen ULSAx-Projekte, die vor ca. 20 Jahren den Stahl-Leichtbau in der Karosserie untersucht haben. Mit acht Firmen aus Japan und einer aus den USA ist auch eine weltweite Vernetzung geschaffen worden, die es in einer so intensiven Kooperation in der Branche der Massivumformung bisher nie gegeben hat.
Die dritte Phase startete im Juli 2017. Es wurde ein Fahrzeug beschafft und am fka der RWTH Aachen zerlegt. Ebenso wurde ein Lkw-Getriebe, eine Kardanwelle und eine Hinterachse gebraucht gekauft und in Einzelteilen dokumentiert. Nach Monaten der Vorbereitung hat sich nun das Projektkonsortium in der vierten Januarwoche 2018 drei Tage lang in Aachen getroffen. Auf dem Programm standen Vorträge zu Elektrifizierungstrends in der Automobilindustrie, zur Auslegung von Getriebesystemen und dem möglichen Leichtbau-Effekt höherfester Stähle sowie Anregungen und Diskussionen zur technischen Vermarktung neuer Stahl-Entwicklungen.
Kern der Veranstaltung waren aber die Hands-On-Sessions, bei der die 80 teilnehmenden Personen 4.200 Bauteile inspizierten, diskutierten und schon im Workshop mehrere Hundert Leichtbau-Potenzialideen erarbeiteten. Die Gespräche fanden dabei in einer sehr offenen Atmosphäre statt, und es war interessant, wie sich im Verlauf der drei Tage neue Bekanntschaften bis hin zu neuen Freundschaften bildeten und damit auch der Austausch auf technischer Basis noch offener wurde.
In den nächsten Wochen werden nun von den Teilnehmern Leichtbau-Ideen präzisiert und in eine präsentable Form gebracht, sodass im Sommer 2018 die Gesamtergebnisse wieder in bewährter Form als Vorträge auf automobiltechnischen Konferenzen, Veröffentlichungen in automobiltechnischen Zeitschriften und herunterladbaren Dokumentationen auf www.massiverLEICHTBAU.de an die Kunden herangetragen werden können. Damit soll der Austausch über Leichtbau entlang der kompletten Lieferkette - Werkstoff-Herstellung - Massivumformung - Komponenten-Herstellung - Einsatz im Automobil - gefördert werden, um kostengünstige Leichtbau-Lösungen auf Basis der Massivumformung in die Anwendung zu bringen.
Bild: 80 Experten aus USA, Japan und Europa aus Stahl-Herstellung und Massivumformung erarbeiten Leichtbau-Potenziale an Hybridfahrzeug und Lkw-Antriebsstrang.
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