Suchen
Company Topimage

Hirschvogel Holding GmbH

http://www.hirschvogel.com

26.03.2019

Massiver Leichtbau - eine erfolgreiche Initiative

Knapp 1.000 Leichtbau-Vorschläge für Fahrwerk, Antriebsstrang und Getriebe eines Hybrid-Pkw und für den Antriebsstrang eines konventionellen Lkw: Das ist das Ergebnis einer weltweit einmaligen Initiative mit Unternehmen aus der Stahlbranche und der Massivumformung.

Die gemeinsam erarbeiteten Ideen beziehen sich auf den stofflichen und konstruktiven sowie auf den Fertigungs- und Konzeptleichtbau. Das Gewicht von Fahrzeugen weiter zu reduzieren, ist eine der entscheidenden Herausforderungen für die Automobilindustrie in naher Zukunft.

Denn weniger Gewicht bedeutet geringere CO2-Emissionen durch Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs, bessere Material- und Ressourceneffizienz, höhere Zuladungsmöglichkeiten, eine Erhöhung des Fahrerlebnisses und der Fahrsicherheit sowie, last but not least, einen unverzichtbarer Beitrag für die Umwelt. Stahl behält dabei eine zentrale Rolle dank seiner Leichtbau-Qualitäten durch ständige Weiterentwicklungen.

Die Initiative Massiver Leichtbau, eine Kooperation von Unternehmen aus der Stahlbranche und der Massivumformung, zeigt seit 2013 auf, welche noch unbekannten Leichtbau-Potenziale bei massivumgeformten Stahlbauteilen in Antrieb und Fahrwerk liegen. Die nun beendete Phase III startete im Juli 2017 mit 39 Kooperationspartnern aus Westeuropa, USA und Japan mit der Demontage und Dokumentation eines hybridisiertenAllrad-SUVs mit Split-Axle-Antrieb durch die fka Forschungsgesellschaft Kraftfahrwesen mbH, Aachen. In gleicher Weise wurden Getriebe, Kardanwelle und Hinterachse eines schweren Nutzfahrzeugs demontiert.

In einem Workshop Ende Januar 2018 beim fka in Aachen konnten 80 Vertreter der projektbeteiligten Unternehmen die über 4.000 ausliegenden Bauteile selbst beurteilen und im Hinblick auf mögliche Leichtbau-Maßnahmen inspizieren. Bei dem Hybrid-Pkw mit einer Referenzmasse der zuvor genannten Systeme von 816 kg summieren sich diese Leichtbau-Ansätze auf eine Gewichtsreduzierung von insgesamt 93 kg. Für den Lkw-Antriebsstrang mit einer Referenzmasse von 909 kg können die Experten eine Gewichtsreduzierung um insgesamt 124 kg in Getriebe, Kardanwelle und Hinterachse in Aussicht stellen.

In Phase I wurde 2013/2014 ein Leichtbau-Potenzial von 42 kg an einem Mittelklasse-Pkw identifiziert. Phase II beschäftigte sich mit einem leichten Nutzfahrzeug und zeigte 99 kg Leichtbau-Potenzial auf. Ein Forschungsverbund mit 10 beteiligten Hochschulinstituten rundete von 2015 bis 2018 die Arbeiten mit weiterreichenden akademischen Themen ab.

Seit Herbst 2018 läuft die intensive Kommunikation der Ergebnisse. Vertreter der Initiative halten im In- und Ausland Vorträge, die Initiative ist auf Fachmessen vertreten und bespielt redaktionell die nationale und internationale Fachpresse. Sie bietet auf ihrer Webseite www.massiverLEICHTBAU.de einen Imagefilm sowie die ausführliche Ergebnispräsentation der Phase III mit vielen Leichtbau-Lösungen an.

Nun stehen die beteiligten Zulieferer vor der Aufgabe, ihre Lösungsvorschläge den bestehenden und potenziellen Kunden zu vermitteln sowie Überzeugungsarbeit bei Entwicklern, Konstrukteuren und Einkäufern zu leisten.

„Die Initiative möchte den Austausch über Leichtbau entlang der kompletten Lieferkette Stahlherstellung - Massivumformung - Komponenten-Herstellung bis hin zum Einsatz im Automobil fördern und neue Leichtbau-Lösungen auf Basis der Massivumformung in die Anwendung bringen“, erläutert Dr. Hans-Willi Raedt, Sprecher der Initiative seit 2013.

Bild: Leichtbau-Potenziale an Gesamtfahrzeugen durch die Anwendung moderner Werkstoffe und Massivumformung