Suchen

VW Cross Up Hochgelegter Stadtflitzer im Offroad-Look

| Autor / Redakteur: sp-x / Andreas Wehner

Abenteuerlust? Freiheitsgefühl? Alles nur Marketing-Sprech. Der Grund, sich einen VW Cross Up zu kaufen, ist ein anderer.

Firma zum Thema

Der VW Cross Up hat 1,5 Zentimeter mehr Bodenfreiheit als die reguläre Variante.
Der VW Cross Up hat 1,5 Zentimeter mehr Bodenfreiheit als die reguläre Variante.
(Foto: Volkswagen)

Wer Cowboy-Boots trägt, kann noch lange nicht reiten, wer Ballerinas kauft, will damit meist nicht tanzen und wer Gummistiefel bestellt, der geht vielleicht mal bei Regen mit dem Hund raus, plant aber keine Wattwanderung. So ähnlich kann man auch das Konzept des VW Cross Up beschreiben. Ein Knirps, der sich die Gummistiefel fürs Pfützenspringen angezogen hat, sozusagen.

Dass bei einem Autotest herauskommt, dass der 3,56 Meter lange Kleinstwagen im Gelände keine, aber wirklich gar keine Chance hat, dürfte nicht überraschen. Man betrachte von nun an also als gesetzt, dass der Wolfsburger trotz Offroad-Beplankung (schwarze Schutzleisten an Radhäusern und Türen) und Namenszusatz „Cross“ nur unwesentlich an Geländetauglichkeit gewinnt: Er kann dank 1,5 Zentimeter mehr Bodenfreiheit 1,5 Zentimeter tiefere Pfützen durchqueren als der Standard-Up. Einziger Offroad-Vorteil des ausschließlich mit Frontantrieb erhältlichen Knirpses ist also, dass auf zu befahrenden Schotterpisten um eine Daumenbreite größere Steine liegen dürfen, bevor der Unterboden zerkratzt.

VW Cross Up: Mit Vollgas durch die Pfütze
Bildergalerie mit 8 Bildern

Nachdem dies geklärt ist, nun zu den tatsächlichen Gründen, sich einen VW Up in der Variante „Cross“ zuzulegen. Das Segment der SUV boomt seit langem, und da sich nicht jeder ein Auto-Monstrum auf den Hof stellen will oder kann, gibt es die modischen Modelle mittlerweile auch im Mini-Format, á la Nissan Juke, Opel Mokka oder Peugeot 2008. Doch für jemanden, der in engen Straßen deutscher Städte unterwegs ist und dort regelmäßig nur Parkplätze im Zwergenformat vorfindet, für den sind die oft unübersichtlichen Mini-SUV auf Kleinwagen-Basis noch zu groß. Hier kann der Cross Up mit seiner Abstammung von einem der handlichsten außen-klein-innen-groß-Autos punkten.

Platzangebot ist ordentlich

Denn natürlich hat sich an den Platzverhältnissen im Innern mit der „Cross“-Variante nichts geändert, außer, dass man nun leicht, im Sinne von kaum merklich, erhöht sitzt. Vorn nimmt man auch als Großgewachsener für diese Klasse fürstlich Platz, auf der Rückbank, die man leicht über die hier serienmäßigen zwei hinteren Türen erreicht, ist es auch noch recht kommod, solange die Passagiere der ersten Reihe den Hinterbänklern freundlich gesinnt sind. Hinter die Rücksitze packt sich der Up immerhin 251 Liter, was für die Wochenendeinkäufe der meisten Zwei-Personen-Haushalte reichen dürfte.

Als Motor steht ausschließlich der 55 kW/75 PS starke 1,0-Liter-Dreizylinder zur Wahl. Typischerweise ein bisschen knurrig, scheucht er den rund eine Tonne leichten Cross Up munter durch die Stadt und liefert auch bis maximal 167 km/h auf der Autobahn eine akzeptable Leistung ab.

Holt man die Maximalleistung aus dem kleinen Triebwerk, rauscht eine für einen Kleinstwagen unangemessene Menge Benzin durch die Leitungen. Dafür kann man dem vom Hersteller angegebenen Verbrauch von 4,7 Litern auf der anderen Seite des Leistungsbandes sogar recht nahe kommen – Disziplin und das optional herausnehmbare (nicht immer ganz einwandfrei arbeitende) Navi- und Infotainmentsystem (390 Euro) vorausgesetzt.

Spritspartrainer an Bord

Der inkludierte Spritspartrainer lehrt eine vorausschauende, sanft beschleunigende, oft die Motorbremse einsetzende und Schubabschaltung nutzende Fahrweise, die 90 km/h keinesfalls übersteigt. Mit einem grundsätzlich entspannten Fahrstil ist so ein Verbrauch von gut fünf Litern zu erreichen. Wer das ehrgeizige Ziel hat, unter fünf Liter zu kommen (das geht), muss allerdings damit rechnen, in der Stadt von einem Radler überholt zu werden, weil er sich an die Spritsparempfehlungen gehalten hat.

Mit einem Grundpreis von 13.950 Euro ist der Cross Up ein recht teures Accessoire, um in der automobilen Mode en vogue zu sein – zumal Radio und Klimaanlage für 950 Euro extra hinzugebucht werden müssen. Die rund 2.500 Euro, die den Mini im Offroad-Look von dem vergleichbaren Standard-Up unterscheiden, relativieren sich ein bisschen, wenn man zwei zusätzliche Türen (480 Euro), Lederlenkrad (im Paket für 165 Euro), 16-Zöller (420 Euro) und Fußmatten (62 Euro) abzieht, die der Cross Up inkludiert. Bleiben theoretisch gut tausend Euro Aufpreis für die Variante im extrovertierteren Design. Für modisches Schuhwerk gibt mancher durchaus auch derlei Summen aus.

(ID:42702853)