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Neuer Auftrag Hoffnung für Karmann

| Redakteur: Bernd Otterbach

Für den angeschlagenen Auftragsfertiger Karmann in Osnabrück gibt es dem Betriebsrat zufolge Hoffnung auf einen Großauftrag.

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Die Belegschaftsvertretung habe die Mitarbeiter am Dienstag per Aushang informiert, dass Karmann möglicherweise einen Auftrag für die Produktion eines Komplettfahrzeugs bekomme, teilte die IG Metall am Mittwoch mit und bestätigte damit mehrere Zeitungsberichte vom selben Tag. Der Auftrag könne die Beschäftigung im Osnabrücker Werk für fünf Jahre sichern.

Auftrag von Kia?

Karmann-Sprecher Christian Eick wollte lediglich bestätigen, dass es in den vergangenen Monaten Gespräche mit mehreren Automobilherstellern gab. „Das ist auch unser Job“, sagte er. Zu Einzelheiten oder näheren Informationen wollten sich am Mittwoch weder Unternehmen noch Betriebsrat äußern. „Das würde sonst die Gespräche belasten“, sagte Eick. Sollte es konkrete Ergebnisse geben, werde die Öffentlichkeit informiert.

Gespräche zum Bau des Kia Cee‘d Cabrios hätten noch nicht zu Entscheidungen geführt, sagte eine Kia-Sprecherin. Kia und Karmann hatten auf dem Genfer Autosalon eine gemeinsam eine Cabrio-Studie des Kompaktmodells, das in der Slowakei gefertigt wird vorgestellt.

Anfang Oktober hatte der Autobauer angekündigt, mangels Aufträgen 1.770 seiner 5.000 Stellen an den Standorten Osnabrück und Rheine streichen zu wollen. Sollte die Auftragsflaute im kommenden Jahr anhalten, sind nach früheren Angaben der Firma weitere 800 Arbeitsplätze gefährdet.

„Gespanntes Verhältnis“

Unterdessen räumte Porsche-Chef Wendelin Wiedeking, der auch bei VW im Aufsichtsrat sitzt, ein angespanntes Verhältnis zu Karmann ein. „Die Atmosphäre ist nicht toll“, sagte Wiedeking auf der Bilanz-Pressekonferenz des Sportwagenbauers in Stuttgart. Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) hatte Porsche und Karmann Anfang des Monats in einem Zeitungsinterview aufgefordert, „atmosphärische Störungen“ zu beseitigen.

Niedersachsen macht Druck

Wulff setzt sich seit langem dafür ein, dass Volkswagen Aufträge an Karmann vergibt. Medienberichten zufolge sollen die Pläne vor allem bei Wiedeking, der den Großaktionär Porsche im VW-Aufsichtsrat vertritt, auf Widerstand stoßen. Grund soll ein Rechtsstreit zwischen beiden Unternehmen wegen eines angeblichen Ideenklaus beim Porsche-Modell Boxster sein. Ein Porsche-Sprecher sagte dagegen, die Entscheidung über den Bau einzelner Modelle treffe auch bei VW nicht der Aufsichtsrat, sondern der Vorstand. Karmann hatte das Verhältnis zu Porsche Anfang des Monats als „gut und unbelastet“ bezeichnet.

dpa

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