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Studie Hohe Wirtschaftskriminalität in der Automobilindustrie

| Redakteur: Christoph Baeuchle

Automobilhersteller und -zulieferer werden besonders häufig Opfer von Wirtschaftskriminalität. Jedes fünfte Unternehmen klagt über Marken- und Patentverletzungen, jedes zehnte Unternehmen über Spionage.

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Knapp jedes zehnte Unternehmen der Automobilindustrie wurde ausspioniert.
Knapp jedes zehnte Unternehmen der Automobilindustrie wurde ausspioniert.
(Foto: pixabay)

Automobilhersteller und -zulieferer sind häufig von Kriminalitätsdelikten betroffen. Jedes fünfte Unternehmen der Automobilindustrie ist Opfer nachgewiesener Patent- und Markenrechtsverstöße, knapp jedes zehnte Unternehmen wurde ausspioniert.

Damit ist die Automobilindustrie wesentlich stärker betroffen als die Gesamtwirtschaft, wo lediglich zwei Prozent über Spionage berichten. Dies geht aus einer Studie von PWC hervor, für die die Beratungsgesellschaft mehr als 600 Unternehmen in Deutschland, davon 33 aus der Automobilindustrie, befragte. Dabei müssen die Unternehmen bei der Spionage vorwiegend in den eigenen Reihen suchen. „In zwei von drei Fällen kopierten die Täter Unterlagen oder nahmen ehemalige Mitarbeiter sensible Dokumente mit zum neuen Arbeitgeber“, erläutert Claudia Nestler, Partnerin der Beratungsgesellschaft PWC.

Großer Anteil an Compliance-Programmen

Hinzu kommt eine erhebliche Dunkelziffer: Von den Befragten aus der Automobilbranche gehen jeweils 15 Prozent mit hoher Sicherheit davon aus, mindestens einmal zum Opfer von Industriespionage beziehungsweise Datendieben geworden zu sein. Allerdings ist die Wirtschaftskriminalität rückläufig: Berichteten im Jahr 2011 noch 55 Prozent der Unternehmen von entdeckten Delikten, sind in den zurückliegenden zwei Jahren nur 42 Prozent der Befragten mindestens einmal Opfer geworden. Gleichzeitig verfügen mittlerweile annähernd 80 Prozent der Automotive-Unternehmen über ein Compliance-Programm.

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