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Wirtschaft Honda und Hitachi wollen neuen Automobilzulieferer gründen

| Autor/ Redakteur: dpa / Maximiliane Reichhardt

Der Hersteller Honda will einen Teil seiner Geschäfte mit dem Mischkonzern Hitachi zusammenlegen. Das daraus entstehende Unternehmen wäre einer der 15 größten Automobilzulieferer der Welt.

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Honda will einen Teil seiner Geschäfte mit Hitachi zusammenlegen.
Honda will einen Teil seiner Geschäfte mit Hitachi zusammenlegen.
(Bild: Honda)

In der kriselnden Autozulieferbranche soll ein neuer japanischer Großkonzern entstehen: Der Automobilhersteller Honda und der Mischkonzern Hitachi bestätigten am Mittwoch (30. Oktober), dass sie einen Großteil ihrer Geschäfte in diesem Segment zusammenlegen wollen. Demnach will Honda, der zweitgrößte Autobauer Japans, seine drei Beteiligungen Keihin, Showa und Nissin Kogyo in das neue Unternehmen einbringen. Hitachi wiederum will seine auf autonomes und vernetztes Fahren spezialisierte Tochter Hitachi Automotive beisteuern. Vorgesehen ist, dass Hitachi zwei Drittel der Anteile am neuen Konzern halten soll und Honda den Rest, wie beide Unternehmen mitteilten.

Aktienkurse ziehen an

Die Aktienkurse der an der Tokioter Börse notierten Honda-Beteiligungen zogen nach Bekanntwerden der Fusionspläne kräftig an. Die Papiere von Honda und Hitachi dagegen reagierten kaum und waren kurz vor Handelsschluss weitgehend unverändert.

Mitten im Umbruch zur Elektromobilität und zum autonomen Fahren denken immer mehr Autohersteller und Zulieferer über Allianzen nach, um ihre Kompetenzen zu bündeln und Synergien zu schaffen. Erst am Mittwoch (30. Oktober) bestätigten der französische Autobauer PSA und der italienisch-amerikanischen Hersteller Fiat Chrysler, über eine Fusion zu sprechen. Bereits im vergangenen Monat hatte Toyota zudem seine Anteile an Subaru erhöht. Die unklare künftige Nachfrage nach klassischen Verbrennungsmotoren und die Unsicherheit darüber, welche Technologien und Geschäftsmodelle künftig gefragt sein werden, zwingt Hersteller und Zulieferer dazu, sich nach Partnern umzuschauen, mit denen sie effizient zusammenarbeiten können. Wie Honda und Hitachi mitteilten, sehe sich die Autoindustrie mit großen Umwälzungen konfrontiert, die es nur einmal im Jahrhundert gebe. Der Druck, Umweltschäden durch Schadstoffausstoß zu verringern sei ebenso vorhanden wie die Notwendigkeit, die Zahl der Unfälle zu reduzieren und den Komfort in den Fahrzeugen zu erhöhen. Hinzu komme der steigende Wettbewerb in den Feldern Elektromobilität, autonomes Fahren und Connected Car, hieß es weiter.

Die einzelnen Schritte der Vereinbarung

Die am Mittwoch verkündete Vereinbarung soll in mehreren Schritten über die Bühne gehen. Zunächst werde Honda ein Angebot zum Erwerb aller Anteile von Nissin Kogyo, Keihin und Showa vorlegen. Honda hält nach Daten der Nachrichtenagentur Bloomberg derzeit 41 Prozent an Keihin, 35 Prozent an Nissin Kogyo und 34 Prozent an Showa. Im Anschluss sollen alle drei Unternehmen jeweils zu vollständigen Honda-Tochtergesellschaft gemacht werden. Danach sollen die drei Automobilzulieferer dann mit Hitachi Automotive Systems fusionieren, wodurch der neue Großkonzern entstehen soll. Ein Zeitplan für die einzelnen Schritte sei jedoch noch nicht festgelegt, wie Honda und Hitachi verlautbaren ließen. Der angepeilte Zusammenschluss würde einen Autozulieferer mit einem Umsatz von rund 16,5 Milliarden Dollar (14,9 Milliarden Euro) entstehen lassen. Im Top-100-Ranking der »Automobil Industrie« wäre das neue Unternehmen damit auf Platz 13. Sollte die Fusion reibungslos über die Bühne gehen, könnten die Japaner den Abstand zu den größten Anbietern der Welt verringern. Die Branche wird unter anderem von den deutschen Konzernen Bosch, Continental und ZF Friedrichshafen dominiert. Aber auch in Japan gibt es mit Denso und Aisin Seiki bereits sehr große Anbieter.

Im laufenden Jahr mussten viele Hersteller und Zulieferer weltweit ihre Ausblicke zusammenstreichen, da sie unter der mauen Autokonjunktur leiden. Auch in Japan mussten sowohl Honda als auch Toyota ihre Gewinn- und Umsatzprognose kappen, da die Nachfrage in ihren größten Exportmärkten China und USA schwächer als erwartet ausfiel.

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