Hybrides Arbeiten Ohne Präsenz und mit Geld für`s eigene Büro: Audi erweitert mobiles Arbeiten

Von Thomas Günnel

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Freie Wahl des Arbeitsortes, Ausstattung und Geld für das eigene Büro, keine Präsenztage: Audi erweitert sein Angebot für das mobile Arbeiten in Ingolstadt und Neckarsulm.

Audi erweitert die Möglichkeiten für mobiles Arbeiten für seine Beschäftigten.
Audi erweitert die Möglichkeiten für mobiles Arbeiten für seine Beschäftigten.
(Bild: Audi)

Audi erweitert sein Angebot für das mobile Arbeiten. Ab dem 1. Oktober 2022 dürfen die Beschäftigten an den Standorten Ingolstadt und Neckarsulm ihren Arbeitsort frei wählen. Eine Vorgabe für Präsenztage gibt es nicht. Hinzu kommen ein erweitertes Desk Sharing, neu gestaltete Büroflächen – und finanzielle Unterstützung für Kolleginnen und Kollegen für eine ergonomische Ausstattung zuhause.

Die Beschäftigten legen gemeinsam mit ihren Vorgesetzten fest, wann sie ins Büro kommen und wann sie mobil arbeiten. Voraussetzung: Es muss mit der jeweiligen Arbeitsaufgabe vereinbar sein. Alle Beschäftigten, die mobil arbeiten und am Desk Sharing teilnehmen wollen unterstützt Audi passend für einen Autohersteller mit zwei Ausstattungspaketen: Das „IT-Paket“ umfasst die Ausstattung des Arbeitsplatzes im Werk und kann von dort mitgenommen werden: Bildschirm, Tastatur, Maus und Dockingstation. „Die IT-Ausstattungen bleiben Eigentum von Audi“, merkt eine Sprecherin an.

Die neue Betriebsvereinbarung [...] ist Ausdruck einer Unternehmenskultur, die von Eigenverantwortung und Vertrauen geprägt ist.

Xavier Ros, Vorstand für Personal und Organisation, Audi

Das „Mobiliar-Paket“ beinhaltet einen Gutschein über 500 Euro für den privaten Kauf von Büromöbeln: Bürostuhl, Schreibtisch oder Beleuchtung für die ergonomische Ausstattung des mobilen Arbeitsplatzes. Eingelöst werden kann der Gutschein in von Audi ausgewählten Bürofachgeschäften im Raum Ingolstadt und Neckarsulm. Bis Ende Juni 2023 gibt es 750 Euro. Für beide Pakete gilt: Wird eines angenommen, entfällt der Anspruch auf einen persönlichen Arbeitsplatz im Werk. Die Beschäftigten können auch beide Pakete wählen.

Bessere Arbeitsbedingungen in den Werken

Die Beschäftigten die aufgrund ihrer Tätigkeit nicht mobil arbeiten können, gehen nicht leer aus: „Natürlich denken wir dabei gleichzeitig an die Belegschaftsmitglieder, die aufgrund ihrer Tätigkeit nicht von zu Hause arbeiten können“, kommentieren der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Peter Mosch in Ingolstadt und sein Stellvertreter Rainer Schirmer in Neckarsulm.

„Hier erarbeiten wir gerade gemeinsam mit dem Unternehmen neue Raumkonzepte und flexiblere Arbeitsmodelle, um die Arbeitsbedingungen in den Werken zu verbessern.“ Heißt: Kreativräume, Besprechungsräume, Projektecken, Lounges oder Meetingbereiche für Kommunikation, Vernetzung und Zusammenarbeit.

Mobiles Arbeiten wissenschaftlich untersucht

Wie positiv eine Flexibilisierung der Arbeitsmodelle wirkt, hat Audi nach eigenen Angaben gemeinsam mit der Universität St. Gallen wissenschaftlich untersucht. Für die Studie hatten Unternehmen und Forscher mehr als 1.500 Menschen aus über 100 Abteilungen befragt.

Wichtigstes Ergebnis: Teams, die gemeinsame Vereinbarungen ausgearbeitet hatten, haben ein klareres Verständnis über die hybride Zusammenarbeit entwickelt. Gegenseitiges Vertrauen und Verbindlichkeit sind in diesen Teams deutlich ausgeprägter. „Zugehörigkeitsgefühl und Authentizität steigen, zusätzlich konnten wir einen positiven Effekt auf Perspektivenvielfalt und Chancengleichheit messen“, beschreibt Projektleiterin Carina Behrends aus dem Diversity Management bei Audi.

Einen größeren Stellenwert räumt die Betriebsvereinbarung dem Desk Sharing ein. Die Teilnahme ist freiwillig. Räume oder Tische buchen die Mitarbeiter mittels eines digitalen Tools.

Flexible Arbeitsmodelle in der Fertigung

In der Produktion will Audi ebenfalls flexible Konzepte umsetzen: „Unternehmen und Betriebsrat arbeiten derzeit an flexibleren Arbeitsmodellen in der Schicht, neuen Raumkonzepten für einen angenehmeren Aufenthalt, vielfältigeren Angeboten in der Gastronomie und einem leichteren Zugang zur digitalen Welt von Audi in diesen Bereichen“, erklärt eine Sprecherin.

Bereits seit März testet der Automobilhersteller flexible Arbeitszeiten in der Fertigung. In der Lackiererei in Ingolstadt arbeiten 16 Teilzeit-Beschäftigte. Wenn zum Beispiel eine Schichtarbeiterin ihre Arbeit nicht zum üblichen Schichtbeginn antreten kann, übernimmt eine Kollegin oder ein Kollege aus dem „Springerpool“. So wird ein späterer Arbeitsbeginn möglich.

Mit der neuen Betriebsvereinbarung erweitert Audi die bestehende Vereinbarung. „Wir hatten schon ein hohes Maß an Flexibilität“, sagt Xavier Ros, Vorstand für Personal und Organisation bei Audi. „Die neue Betriebsvereinbarung ist für uns ein konsequenter Schritt auf unserem Weg hin zu einer hybriden Arbeitswelt. Sie ist zugleich Ausdruck einer Unternehmenskultur, die von Eigenverantwortung und Vertrauen geprägt ist und die wir auch in Zukunft konsequent fördern.“

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