Neue Modelle Hyundai H350 Cargo: Der packt was weg

Autor / Redakteur: Wolfgang Sievernich / Wolfgang Sievernich

Hyundai ist mit dem Modell H350 Cargo seit dem vergangenen Jahr auch in der sogenannten Sprinter-Klasse aktiv. Wir testeten das Fahrzeug mit langem Radstand und 2,5 Liter CRDI-Motor mit 150 PS.

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Der Hyundai H350 Cargo wurde 2015 vorgestellt und geht in der sogenannten Sprinter-Klasse an den Start. Wir testeten das lange Chassis mit 2,5 Liter CRDI-Motor und 150 PS.
Der Hyundai H350 Cargo wurde 2015 vorgestellt und geht in der sogenannten Sprinter-Klasse an den Start. Wir testeten das lange Chassis mit 2,5 Liter CRDI-Motor und 150 PS.
(Bild: Sven Pravitz)

Die sogenannte Sprinter-Klasse ist hart umkämpft. Kleintransporter bis 3,5 Tonnen von Mercedes, Volkswagen, Renault, Opel, Fiat und Peugeot/Citroen kämpfen um Marktanteile. Neu dabei ist nun auch Hyundai mit dem H350. Das Nutzfahrzeug bietet der koreanische Automobilhersteller in drei Varianten an: als Transporter (Cargo), nur als Fahrgestell und ab diesem Jahr auch als Großfamilien tauglicher Bus. Wir testeten die Transportervariante namens Cargo mit 2,5 Liter CRDI-Motor und 110 kW beziehungsweise 150 PS.

Viel Platz im Laderaum

Auf den ersten Blick sieht man dem Hyundai seine asiatischen Wurzeln an, dennoch macht er einen praktikablen und gefälligen Eindruck. Unser Testwagen verfügt über das lange Chassis L3 für bis zu fünf Europaletten. Der Laderaum ist satte 3,78 Meter lang und 1,55 Meter breit, Platz für 12,9 Kubikmeter Inhalt. Genug für Kurierdienste, Umzugsunternehmer und Handwerker aller Art.

Am Heck sorgen zwei Flügeltüren für Aussicht auf den Innenraum, die Türen schwingen um mindestens 180 Grad bis zu optionalen 270 Grad auf; eine 1,28 Meter breite seitliche Schiebetür auf der rechten Seite reicht bis in das Hochdach hinauf. Mit 1,81 Meter Höhe können normalgewachsene Personen im Transporter gut stehen. Ein Sichtfenster zum Fahrgastinnenraum fehlte bei unserem Testwagen, ist aber optional erhältlich. Ein großes Ablagefach im Hochdach über der Fahrerkabine bietet Platz für zahlreiches Zubehör, von Decken, über Akkuschrauber bis zu Rollwagen. Weitere Ablagen sind allerdings nicht mehr vorhanden.

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Umfangreiche Ausstattung

Neben dem Platzbedarf auf der Ladefläche ist für den Fahrer eines Transporters die Fahrerumgebung wichtig. Nutzfahrzeugcharme war gestern, der H350 Cargo versprüht PKW-Atmosphäre und bietet eine umfangreiche Ausstattung. Klimaanlage, Radio, Audioanlage inklusive Bluetooth-Freisprecheinrichtung und ein intuitiv zu bedienendes Navigationssystem. Elektrisch von innen verstell- und beheizbare Außenspiegel, Licht- und Regensensor, Einparkhilfe mit Rückfahrkamera machen den Alltag leicht. Eine Zentralverriegelung mit schlüsselintegrierter Fernbedienung ist ebenso serienmäßig wie elektrische Fensterheber, Bordcomputer oder Kartenleselampen.

Viele Fahrerassistenzsysteme serienmäßig

Auf Seiten der Sicherheits- und Fahrerassistenzsysteme bietet der H350 Cargo mehr als üblicherweise auf dem Markt angeboten wird. So sind ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung, Bremsassistent und Traktionskontrolle genauso serienmäßig an Bord, wie eine elektronische Stabilitätskontrolle und ein fahrdynamisches Stabilitätsmanagement. Das Spurhaltewarnsystem LDWS schaltet sich automatisch bei jeder Fahrt hinzu, kann aber auch manuell über einen Schalter in der Mittelkonsole ausgeschaltet werden. Es überwacht mit einer im oberen Bereich der Windschutzscheibe angebrachten Kamera den Bereich vor dem Fahrzeug und warnt den Fahrer mittels Warnton.

Mit 25 Ablagefächern besitzt das Cockpit jede Menge Raum zum Verstauen, ob für Flaschen, Papiere, Karten oder anderes. Das Lenkrad ist verstellbar, der Fahrersitz ist auch für großgewachsene Redakteure bequem positionierbar und auch für lange Etappen zu gebrauchen. Wünschen würden wir uns einen belüfteten Fahrersitz.

Schnell und sparsam

Kommen wir zum Fahrerlebnis: Erhältlich ist der H350 Cargo mit 150 PS oder 170 PS Motor. Der 2,5 Liter CRDI unserer 150 PS-Testvariante zieht im leeren Zustand sauber durch, bietet mit 373 Newtonmetern ein ausreichendes Drehmoment und man hat weder in niedrigen, mittleren noch hohen Geschwindigkeitsbereichen Sorgen mangelnder Leistung. Im vollbeladenen Zustand ändert sich dieses Verhalten und die linke Spur benötigt Anlauf um zügig mit zu schwimmen. Die Höchstgeschwindigkeit von 156 Kilometer pro Stunde sind im leeren Zustand schnell erreicht. Je nach Achsübersetzung sollen es sogar bis zu 170 Stundenkilometer sein. Der Verbrauch liegt mit praxistauglichen 10 Litern Diesel auf 100 Kilometer sehr nah an der Werksangabe (9,9 l/100 km). Hyundai verspricht einen CO2-Ausstoss von 260 Gramm pro Kilometer.

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Exaktes Einparken

Im Fazit können wir den Hyundai H350 Cargo sehr empfehlen. Das Fahrzeug leistet sich kaum Schwächen und ist für einen Transporter mehr als voll ausgestattet. Positiv aufgefallen sind uns darüber hinaus das fast PKW ähnliche Fahrverhalten, mit 12 Metern ein sehr kleiner Wendekreis für ein solch großes Fahrzeug, durch die Rückfahrkamera ist ein sehr exaktes Einparken möglich und ein Laderaum der kaum Wünsche offen lässt. Für die Version Eco L3 mit langem Radstand ruft Hyundai einen Einstiegspreis von 31.530 Euro auf. Die Version mit kleinem Radstand kostet rund 500 Euro weniger.

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