Markenausblick Hyundai frischt seine Modelle auf

Von Andreas Wehner Lesedauer: 4 min |

Anbieter zum Thema

Hyundai hat einige Neuheiten angekündigt. Darunter sind viele Facelifts und Derivate. Mittelfristig sollen neue E-Auto-Plattformen mehr Reichweite und flexiblere Einsatzmöglichkeiten bieten.

Der neue Hyundai Kona ist in Sachen Volumen die interessanteste Hyundai Neuheit des Jahres 2023.
Der neue Hyundai Kona ist in Sachen Volumen die interessanteste Hyundai Neuheit des Jahres 2023.
(Bild: Hyundai)

Bei Hyundai war es im vergangenen Jahr in Sachen neue Modelle verhältnismäßig ruhig war. 2023 wollen die Koreaner jedoch eine Modelloffensive starten. „Fast alle Modelle werden in diesem Jahr angepackt“, sagt Jürgen Keller, Geschäftsführer von Hyundai Motor Deutschland.

Hyundai Ioniq 6 punktet mit hoher Reichweite

Highlight zum Jahresbeginn ist der neue Ioniq 6, der seit Kurzem auf dem Markt ist. Die Elektro-Limousine ist das zweite Modell auf Hyundais Elektro-Plattform E-GMP und verspricht Platz, Effizienz und schnelles Laden – und das zu einem durchaus vernünftigen Preis. Knapp 44.000 Euro müssen Käufer mindestens investieren. Dafür gibt es die 111 kW starke Einstiegsversion mit Heckantrieb und einer 53 kWh großen Batterie.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 9 Bildern

Wer mehr Geld beim Händler lässt, bekommt den Ioniq 6 mit einer 77-kWh-Batterie und bis zu 239 kW Leistung. In Vollausstattung kostet der Ioniq 6 weit über 60.000 Euro.

Bestwerte soll der neue Stromer unter anderem in Sachen Effizienz liefern. Aufgrund der aerodynamischen Karosserie – der cW-Wert liegt bei 0,21 – soll der Stromer im besten Fall eine WLTP-Reichweite von über 610 Kilometern erreichen. Das sind über 100 Kilometer mehr, als der recht hoch bauende Plattformbruder Ioniq 5 schafft – bei gleicher Batterie und Motorisierung.

Ausbau der Ioniq-Palette

Der wiederum steht als Sportmodell in den Startlöchern. Bis Hyundai den Ioniq 5 N auf den Markt bringt, dürfte jedoch noch etwas Zeit vergehen: Erst Ende des Jahres soll der Sportler auf den Markt kommen. Technische Details sind noch nicht bekannt. Beim Antrieb dürfte sich der Ioniq 5 N beim Schwestermodell Kia EV6 GT bedienen, dessen zwei E-Motoren 430 kW leisten.

Ein weiteres Hyundai-Ioniq-Modell auf der Konzern-Elektroplattform E-GMP hatten die Koreaner bereits vor längerer Zeit angekündigt. Es wird vermutlich Ioniq 7 heißen, soll 2024 auf den Markt kommen und ist ein großes SUV. Einen Ausblick darauf zeigte Hyundai Ende 2021 mit der Studie „Seven“.

Neunsitzer erweitert Staria-Angebot

Zum Jahresanfang 2023 startete neben dem Ioniq 6 Hyundais Van Staria in der Neunsitzer-Variante. Bisher war in Deutschland nur der luxuriös ausgestattete Siebensitzer erhältlich. Der Neunsitzer ist einfacher ausgestattet und mit 53.600 Euro knapp 4.000 Euro günstiger. Er soll vor allem Flottenkunden ansprechen.

Den Antrieb bleibt gleich. Wie im Siebensitzer kommt ein 2,2-Liter-Diesel mit 130 kW/177 PS zum Einsatz, der an eine Acht-Gang-Automatik gekoppelt ist. Die Cargo-Variante gibt es derzeit auf dem deutschen Markt nicht. Ob und wann sie kommt, ist bisher unklar.

Hyundai will in den unteren Segmenten bleiben

Anfang 2020 startet bei Hyundai die dritte Generation des i10. Im Mai 2023 bringen die Koreaner das Facelift ihres kleinsten Modells auf den Markt. In dieser Fahrzeugklasse hat sich das Angebot zuletzt stark ausgedünnt. Für Jürgen Keller ist die Tatsache, dass der Hersteller das A-Segment-Fahrzeuge überarbeitet hat, jedoch ein Bekenntnis dafür, dass Hyundai dieses Segment nicht aufgeben will. Trotz der Schwierigkeiten, aufgrund der immer schärferen gesetzlichen Vorgaben ein Auto in dieser Größe wirtschaftlich zu bauen.

„Wir wollen auch in Zukunft bezahlbare Mobilität anbieten, stellte Keller klar. Und so kommt im Spätsommer auch im B-Segment ein Facelift auf den Markt – ebenfalls rund drei Jahre nach dem Start der aktuellen Generation. Ein kleines Elektroauto ist bei Hyundai auf absehbare Zeit dagegen nicht zu erwarten.

Hyundais Bestseller Kona wird neu aufgelegt

Das gibt es dann allerdings eine Nummer größer – und höher. Die neue Generation des Hyundai Kona dürfte in Sachen Volumen die interessanteste Hyundai-Neuheit des Jahres werden, denn der Kona war im vergangenen Jahr der Bestseller der Koreaner in Deutschland. Vor allem die Elektrovariante ist beliebt.

Wie schon in der aktuellen Generation bietet Hyundai den Kona aber neben der batterieelektrischen Version auch als Vollhybrid und als klassischen Verbrenner an. Daten zu den Antrieben gibt es bislang nicht. Was die Koreaner allerdings bereits verraten haben: Der neue Kona wird deutlich größer als der Vorgänger, sowohl innen als auch außen. Hybrid und Verbrenner starten zur Jahresmitte, die Elektrovariante legen die Koreaner im Spätsommer nach.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung.

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

Überarbeitete Kompakt-Baureihen starten zum Jahresende

Kurz danach starten die überarbeiteten Varianten des i30 inklusive des Sportablegers i30 N. Die 2017 gestartete dritte Generation des Golf-Konkurrenten hatte bereits 2020 eine Überarbeitung bekommen. Jetzt haben die Koreaner das Modell erneut angefasst.

„Und es ist kein kleines Facelift“, betont Jürgen Keller. Der i30 wurde sowohl außen als auch innen optisch verändert. Zudem hält neue Technik Einzug. Ebenfalls nach drei Jahren bringt Hyundai außerdem zum Jahresende 2023 die überarbeitete Version des Kompakt-SUVs Tucson auf den Markt.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 9 Bildern

Mittelfristig zwei neue Elektro-Plattformen

Einen kleinen Ausblick in die mittelfristige Zukunft gibt Keller dann auch noch. So arbeite Hyundai aktuell an zwei neuen Architekturen für Elektroautos. Die Plattform eM ist für Fahrzeuge aller größen vorgesehen. Im Vergleich zu aktuellen Modellen soll sie 50 Prozent mehr Reichweite bieten. Zudem sollen autonome Fahrfunktionen des Levels 3+ an Bord sein. Für so genannte „Purpose built vehicles“ (PBV) ist die Plattform eS gedacht, die sich flexibel für unterschiedliche Anforderungen anpassen lässt. Auf ihr sollen künftig Spezialfahrzeuge für den Einsatz in Liefer-, Logistik- und Mitfahrdiensten stehen.

(ID:49107500)