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Conti IAA im Zeichen der technischen Trends

| Redakteur: Bernd Otterbach

Unter dem Motto „Driving Future Mobility“ präsentiert sich Conti auf der IAA. Entlang der technischen Trends Sicherheit, Umwelt, Information, Low-Cost-Fahrzeuge sowie Elektromobilität stellen die Hannoveraner ein ganzes Bündel neuer Produkte und Lösungen vor.

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Darunter sind Fahrerassistenz- und Bremssysteme, Fahrzeugzugangs-, Vernetzungs- und Bedienkonzepte, Antriebstechnologien, Sensoren, Innenraummaterialien und Reifen. „Die individuelle Mobilität wird zukünftig vor allem durch technologische Vielfalt und Komplexität geprägt sein“, sagte Conti-Chef Elmar Degenhart am Dienstag. „Ob Verbrenner, Hybrid-, Elektroantrieb oder Brennstoffzelle - wir können hochwertige Produkte und Systemlösungen für alle heutigen und künftigen Formen individueller Mobilität anbieten.“

Im Bereich „Sicherheit“ des Messestands stehen Fahrerassistenz- und Bremssysteme im Fokus. Mit der Stereokamera geht Conti einen neuen Weg in der Umfelderfassung. Da die Stereokamera zwei „Augen“ besitzt, kann sie im Gegensatz zu einer Monokamera die Distanz und Größe möglicher Hindernisse messen. Damit will der Zulieferer eine neue Generation vorausschauenden Notbremsassistenten entwickeln.

Schneller Bremsen mit einer elektro-hydraulische Bremse

Die neue elektro-hydraulische Bremse integriert Bremsbetätigung, Bremskraftverstärker und das Schlupfregelsystem (ABS, ESC) in einem Bremsmodul. Damit soll sich der Bremsdruck schneller als bei herkömmlichen hydraulischen Systemen aufbauen. Zudem könne das Modul ohne zusätzlichen Aufwand in ein regeneratives Bremssystem integriert werden, so Conti weiter. Beide Systeme werden auf dem Stand im Kontext des Sicherheitskonzepts ContiGuard präsentiert, das aktive und passive Sicherheitssysteme integriert.

Produkte zur Reduzierung von CO2-Emissionen werden im Bereich „Umwelt“ präsentiert. Darunter ist ein neu entwickelter Kraftstoffqualitätssensor, der helfen soll, eine effizientere Einspritzung zu ermöglichen. Am Stand zu sehen, ist auch der neue Turbolader, den Continental ab September an einen US-Hersteller liefert.

Der neue Reifen ContiEcoContact 5 hat einen um 20 Prozent niedrigeren Rollwiderstand. Damit lassen rund drei mProzent Kraftstoff sparen.

Neue Innenraumfolie „Tepeo“

Eine weitere Innovation ist die Fahrzeuginnenraumfolie „Tepeo“. Ihr im Vergleich zu gängigen PVC-Folien deutlich geringeres Gewicht soll bis zu zwei Kilogramm pro Fahrzeug sparen. Zudem sorge der Verzicht auf

Weichmacher für geringe Emissionen, so Conti weiter.

Der Bereich „Information“ widmet sich vornehmlich Fahrzeugzugangs-, Vernetzungs- und Bedienkonzepten. Ein mit der Near-Field-Communication-Technik (NFC) ausgestattetes Mobiltelefon wird beispielsweise zum „virtuellen Schlüssel“, mit dem der Fahrer die Fahrzeugtür öffnen oder den Motor starten kann. Das Unternehmen plant zudem Internetdienste, um per Handy auch eine weitgehende Personalisierung und Konfiguration des Autos zu ermöglichen: von den Lieblingssendern im Radio über die Sitzposition bis hin zur entsprechenden Ambiente-Beleuchtung. Gerade für Mobilitätskonzepte wie Carsharing ist diese Funktion interessant, da durch mehr Personalisierung das Treilen von Fahrzeugen attraktiver wird.

Auch in Sachen Fahrzeugbedienung wirft Continental einen Blick in die nahe Zukunft: Das Konzept „Magic UI“ (Magic User Interface) bringt die Informations- und Unterhaltungswelten von Wohnung und Büro, mobilen Endgeräten und dem Auto zusammen, die der Fahrer einfach verwalten und sicher nutzen kann.

Steuergeräte für Schwellenländer

Lokal in den Schwellenländern entwickelte und produzierte Produkte wie das skalierbare Airbagsteuergerät „Speed“, das Motorsteuergerät „Easy-U“ und der für Komfortfunktionen zuständige Basic Function Controller stehen hier im Fokus des Bereichs „Erschwingliche Fahrzeuge“. Die Produkte sind minimalistisch und marktspezifisch mit Funktionen ausgestattet, die auf neuesten Technologien basieren. Sie sind auf den Kunden und seine Bedürfnisse in den Emerging Markets zugeschnitten.

Ein Highlight im Themenbereich „Elektromobilität“ ist der erste fremderregte Elektromotor. Conti startet zur IAA die Großserienproduktion. Die Produktion des Elektromotors Bedarf dabei keiner seltenen Erden, die relativ

kostspielig sind und deren langfristige Verfügbarkeit Experten kritisch sehen. Zudem besitzt der Motor laut Conti einen hohen Wirkungsgrad.

Mit Beginn der Publikumstage präsentiert sich Continental außerdem als potenzieller Arbeitgeber vor allem für Ingenieure, Naturwissenschaftler und Betriebswirte. Das Unternehmen stellt pro Jahr rund 1.500 Hochschulabsolventen und Young Professionals ein.

Continental auf der IAA: Halle 5.1, Stand A 08

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