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Im Gespräch „Ich habe meinen Traumberuf gefunden“

Redakteur: Lena Bromberger

Derrick Zechmair, CEO von Akka Germany, über Autovorlieben und die Mentalität von Start-ups und Berufseinsteigern.

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Würde momentan lieber einen Hybrid statt eines E-Autos kaufen: Derrick Zechmair, CEO von Akka Germany.
Würde momentan lieber einen Hybrid statt eines E-Autos kaufen: Derrick Zechmair, CEO von Akka Germany.
(Bild: Akka)

Welches ist Ihr persönliches Traumauto, Herr Zechmair?

Ich muss gestehen, dass ich hier auf starke Autos setze. Privat sind dies Autos wie ein Ford Mustang. Beruflich ist es eine S-Klasse. Sie bietet den nötigen Komfort für einen Vielfahrer wie mich. Aber auch die anderen deutschen Marken haben hochwertige Fahrzeuge, die mir gefallen.

Die Start-up-Mentalität ist ab einer gewissen Unternehmensgröße nicht mehr nur vorteilhaft.

Wann kaufen Sie sich Ihr erstes Elektrofahrzeug?

Das ist für mich eine Frage der Reichweite und der Ladeinfrastruktur. Ich würde eher ein Hybridfahrzeug nutzen. Das kann im urbanen Umfeld ohne direkte Immissionen gefahren werden und ermöglicht hohe Reichweiten.

Nutzen Sie Funktionen des teilautomatisierten Fahrens?

Ja, sehr gerne sogar. Der Tempomat in Verbindung mit dem automatischen Abstandshalter und dem Spurhaltesystem zum Beispiel ermöglichen heute schon ein teilautomatisiertes Fahren im Stau und bei längeren Fahrten. Das entlastet den Fahrer und führt zu weniger Unfällen – bei denjenigen, die es einsetzen.

Würden Sie Ihre Daten für Services zur Verfügung stellen?

Damit habe ich im Prinzip kein Problem. Allerdings muss gewährleistet ist, dass diese nicht in die falschen Hände gelangen und ich auch einen persönlichen Nutzwert aus dem angebotenen Service erhalte.

Was halten Sie von der viel gepriesenen Start-up-Mentalität?

Im Grunde ist diese Mentalität ab einer gewissen Unternehmensgröße nicht mehr nur vorteilhaft. Eine wachsende Verwaltung und Organisation benötigen mehr Leitplanken als ein Start-up. Das schränkt wiederum den geschätzten Freigeist und die kurzen Hierarchiewege ein. Wir können von Start-ups lernen, dass man mit weniger verkrusteten Strukturen schneller reagieren und vor allem auch Kosten sparen kann. Man muss diese Eigenschaften aber auch fördern. Die Angst zu scheitern sollte kein Grund sein, etwas nicht zu versuchen. Das ist immer noch ein Problem in unseren Unternehmen und in der Gesellschaft allgemein.

Im Gespräch

Hier äußern sich Top-Führungskräfte der Automobilindustrie: Wie kamen sie in die Branche? Was würden sie heute anders machen? Wer ist der Mensch hinter dem Manager? Ein kleiner Blick hinter die Kulissen.

Holen Sie sich aus dem Silicon Valley oder anderen Technologie-Hochburgen Inspiration?

Wir müssen gar nicht so weit gehen: In Deutschland und Europa haben wir hervorragende Hochschulen und Hightech-Unternehmen.

Welchen Studiengang würden Sie heute wählen?

Ich habe meinen Traumberuf gefunden. Ich könnte mir daher keinen anderen Studiengang vorstellen.

Welchen Rat geben Sie einem automobilen Berufseinsteiger?

Sich nicht zu früh auf bestimmte Technologiefelder festzulegen und sich ein möglichst breites Basiswissen anzueignen – über die Fachbereiche hinweg. Und man sollte bei aller Kreativität die Technologieoffenheit nicht aus den Augen verlieren, denn eine gute Lösung kann vielleicht noch durch ein sehr gute ersetzt werden.

Zur Person

Derrick Zechmair

CEO Akka Germany, ist diplomierter (FH) Maschinenbauer und arbeitet seit 28 Jahren in der Automobilindustrie, davon fünf Jahre in den USA und drei Jahre in Frankreich. Zechmair ist seit Oktober 2019 bei Akka in Deutschland. Zuvor war er unter anderem „Vice President Partnership and Portfoliomanagement“ bei Continental in Regensburg, „Vice President Sales and Projects for Electrical Vehicles Startup“ bei Siemens in Erlangen und „Group President“ bei Valeo in Stuttgart. Zechmair ist Vater von drei Kindern.

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