Automobilzulieferer IG Metall: Mahle-Belegschaft hat kaum Vertrauen in Konzernspitze

Autor / Redakteur: dpa / Svenja Gelowicz

Der Zulieferer Mahle befindet sich in schwierigem Fahrwasser. Die Beschäftigten haben Zweifel am Willen der Konzernführung, das Unternehmen zukunftsfähig zu machen, kritisiert die Gewerkschaft IG Metall.

Der Hauptsitz von Mahle in Stuttgart.
Der Hauptsitz von Mahle in Stuttgart.
(Foto: Mahle)

Zum 100. Geburtstag des kriselnden Automobilzulieferers Mahle beschreibt die Gewerkschaft IG Metall das Verhältnis zwischen Konzernführung und einem Großteil der Mitarbeiter als schlecht. „In der Belegschaft gibt es erhebliche Zweifel, ob die Firmenleitung wirklich den Willen hat, den Laden zukunftsfähig aufzustellen“, sagte Martin Röll, Mitglied der Geschäftsführung bei der IG Metall Stuttgart, der Deutschen Presse-Agentur. Das Vertrauen in die Führung sei nach seinem Eindruck „deutlich geringer als bei manch anderen großen Firmen, auch wenn es überall Ärger und Kritik gibt.“

Kolben statt Rotoren

Mahle verdiente lange vor allem mit Filtern, Kolben und Pumpen für den Verbrennungsmotor sein Geld. Doch zu seinem 100. Jubiläum am Dienstag (1. Dezember) hat der Stuttgarter Traditionskonzern mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie ebenso sehr zu kämpfen wie mit der Transformation in der Autoindustrie hin zu Elektromotoren.

Der Zulieferer hat zwar mehrere Entwicklungszentren für E-Antriebstechnik eröffnet, doch arbeiten dort lediglich wenige Hundert Menschen. Zuletzt hat das Unternehmen in Stuttgart einen Prüfstand für E-Antriebe in Betrieb genommen.

Kritik an Mahle

Arbeitnehmervertreter werfen Mahle vor, sich zu spät und zu unentschlossen auf die neuen Erfordernisse umgestellt zu haben. Auch handle das Unternehmen beim angekündigten Abbau von 2.000 Stellen in Deutschland nicht transparent, verlagere etwa unter dem Deckmantel der Transformation viele Arbeitsplätze ins billige Osteuropa.

Das Unternehmen, das rund 77.000 Mitarbeiter zählt, weist die Vorwürfe zurück. Mit Blick auf die Stimmung im Konzern teilt Mahle mit, es gebe eine „proaktive, offene und sachliche Kommunikation mit der Belegschaft“.

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