Tarifstreit IG Metall und Continental einigen sich über Rheinböllen

Autor / Redakteur: dpa / Tanja Schmitt

Kahlschlag und Streik verhindert: Die Gewerkschaft und Continental einigen sich über eine Perspektive für den Standort Rheinböllen. Dort geht es künftig vor allem um autonom fahrende Transportroboter.

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Continental will sein Werk in Rheinböllen umstrukturieren.
Continental will sein Werk in Rheinböllen umstrukturieren.
(Bild: Marcus Prell/Continental)

Nach Verhandlungen über einen Zukunfts- und Sozialtarifvertrag haben sich IG Metall, Betriebsrat und Continental auf ein Transformationskonzept für den Standort Rheinböllen geeinigt. Das teilte Continental am Montag (3. Mai) mit. Zu den Inhalten gehört dem Unternehmen zufolge unter anderem das Etablieren eines Kompetenz- und Produktionszentrums für autonom fahrende Transportroboter.

Es gebe aber auch schmerzhafte Einschnitte bei der Beschäftigtenzahl am Standort, hieß es. Diese sollen demnach etwa durch Altersteilzeit, freiwillige Maßnahmen und eine Transfergesellschaft „abgemildert“ werden. Es würden einvernehmliche sozialverträgliche Lösungen angestrebt. „Die Einigung schafft nun für alle Beteiligten Klarheit“, sagte Standortleiter Stephan Nachtmann einer Mitteilung zufolge.

Streik wurde in letzter Minute abgewehrt

Der IG Metall zufolge wurde mit der Verständigung ein unbefristeter Streik in letzter Minute verhindert. „Die Eckpunkte sehen vor, dass Continental den Standort Rheinböllen zu einem Kompetenz- und Produktionszentrum in Europa entwickelt und ausbaut“, teilte die Gewerkschaft mit.

Mitglieder der IG Metall könnten betriebsbedingt bis Ende 2023 nicht gekündigt werden. Bis zum 30. April 2025 werde eine Mindestpersonalbemessung von 315 Beschäftigten vereinbart. „Ein Kahlschlag konnte verhindert werden“, sagte Ingo Petzold, Bevollmächtigter der IG Metall in Bad Kreuznach. „Insofern betrachte ich die vorliegenden Eckpunkte als guten Kompromiss.“

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