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Magna Immobilien werden ausgegliedert

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Der kanadische Autozulieferkonzern Magna International wird bei einer außerordentlichen Hauptversammlung die Ausgliederung seiner Immobilien beschließen.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Der kanadische Autozulieferkonzern Magna International wird am Dienstag, 19.08., bei einer außerordentlichen Hauptversammlung die Ausgliederung seiner Immobilien beschließen. Der größte Teil der konzerneigenen Immobilien wird damit in die Magna International Developments (MID) ausgelagert. Strategisches Ziel ist es, damit das "automotive" Kerngeschäft profitabler und den Konzern transparenter zu machen. Die Aktionärsversammlung in Toronto beginnt um 15.00 Uhr MESZ.

Voraussetzung für die Ausgliederung ist, dass die Inhaber von wenigstens zwei Drittel der stimmberechtigten Aktien der Transaktion zustimmen. Da sich diese weitestgehend in der Hand von Konzernchef Frank Stronach befinden, sind keine Überraschungen zu erwarten.

Die Immobilien der MID umfassen einen Netto-Buchwert von 1,1 Milliarden Euro und generieren jährliche Mieteinnahmen von rund 110 Mio. Euro. In die MID werden auch die von Magna gehaltenen Aktien an der Magna Entertainment Company (MEC) eingebracht, dem größten Betreiber von Pferderennbahnen in Nordamerika, der derzeit um die 100 Millionen Euro in eine riesige Pferderennbahn im niederösterreichischen Ebreichsdorf investiert.

Die MEC (Umsatz 2002: 549 Mio. US-Dollar) hat 2002 das Betriebsergebnis des Gesamtkonzerns mit 23 Mio. Dollar belastet, was zunehmend Aktionärs-Kritik hervorgerufen hat. Nach der Abspaltung fließen allfällige weitere Verluste des Sport- und Wettveranstalters nicht mehr in die Ertragsrechnung des Konzerns ein. Dies gilt zwar auch für die Immobilienerlöse der MID - die Verzinsung des eingesetzten Kapitals wird aber einen deutlichen Schub erfahren, wird in einer Anfang Juli veröffentlichten Erläuterung der Abspaltungspläne versprochen: Die Kapitalrendite soll sich demnach von 11,6 auf 14,7 Prozent pro Jahr erhöhen.

Chairman der MID, die mit 20 bis 30 Prozent an der Börse notieren soll, soll Konzernchef Frank Stronach werden. Neben höheren Erträgen für das Kerngeschäft soll die Abspaltung die Bewertung des Gesamtkonzerns vereinfachen und dafür sorgen, dass das in der MID angesammelte Immobilien-Know-how besser verwertet werden kann. Für die "Mieter" der Magna-Immobilien - hauptsächlich konzerneigene Produktionsbetriebe, die über langfristige Verträge verfügen - ändert sich durch die Abspaltung praktisch nichts, wird in der Magna Steyr-Zentrale in Oberwaltersdorf versichert.

Magna International hat im vergangenen Jahr in weltweit 202 Produktionsbetrieben 72.000 Mitarbeiter beschäftigt, gut 10.000 davon in Österreich. Der Bruttoumsatz des Konzerns (inklusive Entertainment) betrug knapp 13 Milliarden US-Dollar (11,6 Milliarden Euro).