Übernahme

ZF übernimmt TRW

| Redakteur: Christian Otto

ZF-Chef Dr. Stefan Sommer formt durch die Übernahme von TRW einen der weltweit führenden Zulieferer.
ZF-Chef Dr. Stefan Sommer formt durch die Übernahme von TRW einen der weltweit führenden Zulieferer. (Foto: ZF)

Nach der Ankündigung nun der Vollzug: ZF vereinbart mit TRW die Übernahme des US-Zulieferers. Damit würden die Friedrichshafener, bei einer Bestätigung durch die Kartellbehörden, zu einem der führenden Global Player in der Branche aufsteigen.

Die ZF Friedrichshafen AG und TRW Automotive haben eine bindende Vereinbarung zur Übernahme des US-Unternehmens durch den deutschen Zulieferer unterzeichnet. Das gaben die beiden Firmen heute (15. September) bekannt. Das vereinte Unternehmen wird mit etwa 30 Milliarden Euro (rund 41 Milliarden US-Dollar) Gesamtumsatz und 138.000 Mitarbeitern zu den global führenden Automobilzulieferern aufsteigen. Doch die Übernahme bringt nicht nur ein beachtliches Wachstum, sondern auch eine Ergänzung des Produktportfolios der Friedrichshafener, die vor allem in der Antriebs- und Fahrwerktechnik dominieren. Das Übernahmeziel TRW ist wiederum erfolgreicher Zulieferer von aktiver und passiver Sicherheitstechnik einschließlich moderner Fahrerassistenzsysteme.

Führender F&E-Player

Zudem sind die US-Amerikaner auf dem Geschäftsfeld der Elektrolenkungen aktiv. Wohl auch deshalb verkündete ZF am heutigen Dienstag, dass man seinen Anteil an dem zusammen mit Bosch geführten ZF Lenksysteme an den deutschen Partner veräußern möchte. Dadurch könnten die Süddeutschen Probleme mit den Kartellbehörden vermeiden. Auch im Bereich F&E würde der neue Konzern eine global führende Rolle spielen: Weltweit belaufen sich die gemeinsamen Investitionen in Forschung und Entwicklung (Gesamtaufwand für Engineering inklusive F&E, bezogen auf das Geschäftsjahr 2013) laut ZF auf rund 1,5 Milliarden Euro (etwa 2,1 Milliarden US-Dollar).

Umsatzverdopplung in USA und China

Der Vorstandsvorsitzende von ZF, Dr. Stefan Sommer, erklärte: „TRW fügt sich hervorragend in unsere langfristige Strategie ein. Die Transaktion führt zwei erfolgreiche Unternehmen zusammen, die sich durch eine bemerkenswerte Innovations- und Wachstumsbilanz und eine solide Finanzlage auszeichnen. Wir verbessern unsere Zukunftsaussichten weiter, indem wir unser Produktportfolio in äußerst attraktiven Segmenten erweitern.“ Und noch ein Vorteil winkt dem deutschen Technik-Konzern: Durch die Übernahme würde ZF ihre Umsätze in China und in den USA, zwei der weltweit wichtigsten Länder der Automobilbranche, mehr als verdoppeln. Beispielsweise könnte der Jahresumsatz in den USA von 2,8 Milliarden Euro (3,9 Milliarden US-Dollar) auf 6,5 Milliarden Euro (9,0 Milliarden US-Dollar) deutlich gesteigert werden.

Guter Mix aus Premium- und Volumenkunden

Das durch die Übernahme entstehende Unternehmen wird etwa die Hälfte seines Umsatzes in Europa und die andere Hälfte in Nordamerika, Asien-Pazifik und dem Rest der Welt erwirtschaften. Laut ZF führt der Zukauf auch zu einem ausgewogenen Portfolio aus Premium- und Volumenkunden. TRW erzielt einen großen Teil seines Umsatzes im Volumenmarkt und unterhält enge Beziehungen zu Volumenherstellern in den USA und Europa. ZF verfügt über eine breitere Kundenbasis und ist stark bei Premiumherstellern vertreten.

Der Hauptsitz von ZF wird weiterhin in Friedrichshafen sein. TRW wird laut Unternehmensmeldung als separate Division in ZF integriert. Bisher sollen noch keine Entscheidungen über Zuständigkeiten in der Geschäftsführung für den TRW-Bereich getroffen worden sein. Die Unternehmen beabsichtigen, ausgewogene Integrationsteams aus Mitarbeitern beider Unternehmen einzusetzen, um eine nahtlose Integration sicherzustellen und das gemeinsame Unternehmen für ein beschleunigtes Wachstum gut aufzustellen. Gemäß der Vereinbarung erwirbt ZF das Unternehmen TRW im Wege der Bar-Übernahme zum Wert von rund 12,4 Milliarden US-Dollar auf Basis des Equity Value. TRW-Aktionäre werden eine Barabfindung von 105,60 US-Dollar für jede TRW-Aktie erhalten. Die Transaktion bedarf unter anderem noch der Zustimmung der Kartellbehörden.

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