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Infineon will größter Chiphersteller für die Autoindustrie werden

| Autor/ Redakteur: dpa / Jens Scheiner

Bereits im Juni diesen Jahres hat sich Infineon mit dem amerikanischem Halbleiterhersteller Cypress auf eine Übernahme geeinigt, um sich in den Zielmärkten Automotive, Industrie und Internet der Dinge breiter aufzustellen. Doch es fehlt noch die Zustimmung einer Wettbewerbsbehörde.

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Infineon wartet nach dem Ok aus Brüssel noch auf die Zustimmung der US-Behörden, um die Übernahme vom Halbleiterhersteller Cypress abzuschließen.
Infineon wartet nach dem Ok aus Brüssel noch auf die Zustimmung der US-Behörden, um die Übernahme vom Halbleiterhersteller Cypress abzuschließen.
(Bild: Infineon)

Für Infineon gab es zuletzt Grund zur Freude: Mitte Oktober kam grünes Licht aus Brüssel für die geplante Übernahme des US-Konkurrenten Cypress durch den Halbleiterspezialisten aus München. Die Entscheidung der EU-Wettbewerbskommission gibt dem Chiphersteller weiteren Grund zur Zuversicht, dass die mit neun Milliarden Euro größte Übernahme der Unternehmensgeschichte gelingt.

Sie soll die Basis für eine erfolgreiche Zukunft des Dax-Konzerns legen, der zuletzt die maue Autokonjunktur zu spüren bekam. Immer mehr Chips und Sensoren werden in Fahrzeugen verbaut, Infineon macht mit der Autoindustrie den Löwenanteil seines Geschäfts. Doch gerade in dieser Sparte ist das Wachstum deutlich zurückgegangen, von den Auswirkungen des Handelskriegs kann sich der Chiphersteller nicht freimachen. Auch die sich insgesamt eintrübende chinesische Wirtschaft belastet Infineon.

Mit der Übernahme erschließen wir große zusätzliche Wachstumspotenziale in den Bereichen Automobil, Industrie und Internet der Dinge.

Reinhard Ploss, Vorstandsvorsitzender von Infineon

Übernahme von Wolfspeed als Warnung

Das Management um Infineon-Chef Reinhard Ploss will den Cypress-Deal, der zum Teil über eine bereits erfolgte Kapitalerhöhung gestemmt werden soll, bis Anfang 2020 abgeschlossen haben. Was noch fehlt, ist die Zustimmung der US-Wettbewerbsbehörden. Am Veto der Kartellwächter in den USA war allerdings in der Vergangenheit die Übernahme des US-Halbleiterspezialisten Wolfspeed gescheitert. Ploss glaubt ungeachtet dessen fest daran, dass es diesmal keine Stolpersteine geben wird.

Sollte alles glatt gehen, will Infineon in die weltweiten Top Ten der Halbleiterhersteller aufsteigen und die Nummer eins bei Chips für die Autoindustrie werden. Konzernchef Ploss ist ohnehin überzeugt von den langfristigen Wachstumsaussichten. Auch wenn er einräumte, dass die Marktbedingungen für die volatile Halbleiterbranche derzeit schwieriger sind und sich auch Infineon den aktuellen Problemen nicht entziehen kann. Ausdruck dessen war eine gekappte Jahresprognose, die im Frühjahr die Anleger geschockt hatte. Das soll sich nicht wiederholen. Stattdessen will der Chipkonzern mittelfristig wieder zum dauerhaft hohen Wachstum aus vergangenen Zeiten zurückkehren.

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