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„Green Carbody Technologies“ Innovationsallianz gestartet

| Autor / Redakteur: Stéphane Itasse / Bernd Otterbach

Mehr als 60 Unternehmen haben sich zur Innovationsallianz „Green Carbody Technologies“ zusammengeschlossen, um neue Techniken, Verfahren und Werkzeuge für die Karosseriefertigung zu erarbeiten.

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Ziel ist es, bis zu 50 Prozent Energie im Produktionsprozess einzusparen, wie das Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU) in Chemnitz zum Projektstart mitteilt.

Der globale Wettbewerb, Klimaschutz und knappe Ressourcen stellen Automobilhersteller und Zulieferer vor große Herausforderungen, heißt es weiter. Das Auto verbrauche einen erheblichen Anteil der Energie bereits in der Produktion. „Bei der Herstellung fallen etwa 20 Prozent der Energie an, die ein Fahrzeug während seines Lebenszyklus verursacht. Diesen Wert möchten wir in der Innovationsallianz halbieren“, sagt Prof. Reimund Neugebauer, Sprecher der Allianz und Leiter des Fraunhofer IWU.

Karosseriebau soll Ausschuss minimieren

Bei der Herstellung von Karosserieteilen beispielsweise soll so wenig Ausschuss wie möglich anfallen. Gemeinsam mit der Volkswagen AG koordiniert das IWU deshalb den Zusammenschluss von Automobilherstellern, Ausrüstern und Zulieferern. Die Fraunhofer-Institute für Produktionsanlagen- und Konstruktionstechnik IPK und für Produktionstechnik und Automatisierung IPA bringen ebenfalls ihr Know-how ein.

„Die Innovationsallianz Green Carbody Technologies ist eine langfristig angelegte Partnerschaft. Im Netzwerk entwickeln große, kleine und mittelständische Unternehmen effiziente Technologien und neue Produkte. Diese Innovationen sind die grundlegende Voraussetzung für den Erfolg am Standort Deutschland“, meint Prof. Hans-Jörg Bullinger, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft.

Werkzeugbau der Innovationsallianz mit dabei

Auch die Werkzeugbauer wollen ihren Beitrag hierzu leisten, wie der VDMA-Fachverband Präzisionswerkzeuge mitteilt. Die Innovationskraft der deutschen KMU – und der Werkzeugbauten – sei eine ihrer wesentlichen Stärken im weltweiten Wettbewerb, auch und gerade in konjunkturell schwierigen Zeiten.

Die Innovationsallianz „Green Carbody Technologies“ leistet indirekt einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Innovationskraft von deutschen KMU auch in anderen Branchen, so der Fachverband weiter. Schnittstelle bei diesem Transfer seien die Werkzeugbauten, die häufig Produktionsmittel in unterschiedliche Kundenbranchen liefern, beispielsweise auch in die Luft- und Raumfahrt oder die Haushaltsgeräteindustrie. Auch dort sei die Ressourceneffizienz ein wesentliches Zukunftsthema.

Energieeffizienz und Rohstoffeffizienz bei allen produzierenden Firmen wichtig

Energieeffizienz betrifft alle produzierenden Firmen, heißt es in der Mitteilung des Fraunhofer IWU, denn die Rohstoffpreise sind in den vergangenen sieben Jahren durchschnittlich um 70 Prozent gestiegen. Bei den für das produzierende Gewerbe signifikanten Rohstoffen wie Kohle, Stahl und Öl sind die Steigerungsraten deutlich höher.

Um Einsparmöglichkeiten zu ermitteln betrachteten die Forscher die gesamte Prozesskette. So würden sie mit neuen Planungswerkzeugen viele Herstellungsschritte und Verfahren erfassen, um die Prozesse effizient aufeinander abzustimmen.

Die Partner arbeiten in fünf Verbundprojekten:

an der Planung der Niedrigenergie-Produktion,

an ressourcensparenden Umformprozessen,

an energieeffizienter Anlagentechnik,

an ressourceneffizientem Werkzeugbau sowie

an Karosseriebau und Lackierung.

Für die Projekte der Innovationsallianz ist eine Laufzeit von drei Jahren vorgesehen, wie das Fraunhofer IWU berichtet. Das Forschungsvolumen der beteiligten Unternehmen betrage insgesamt etwa 100 Millionen Euro. Davon würden 30 Millionen in gemeinsame Verbundprojekte investiert. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF unterstütze die Initiative mit 15 Millionen Euro.

Projektpartner bei der Innovationsallianz „Green Carbody Technologies“ sind:

Aixpath GmbH,

Arnold & Shinjo GmbH & Co. KG,

Audi AG,

August-Rüggeberg GmbH,

Autoform Engineering GmbH,

Boge Kompressoren

Otto Boge GmbH & Co. KG,

Braun Cartec GmbH,

Chemetall GmbH,

Daimler AG,

Deckel Maho GmbH,

Direkt Form GmbH,

Dürr Systems GmbH,

Eisenmann AG,

EWM Hightec Welding GmbH,

FE-Design GmbH,

Festo AG & Co. KG,

FEW Chemicals GmbH,

Forcam GmbH,

Fraunhofer IPA,

Fraunhofer IPT,

Fraunhofer IWU,

Gedia Gebrüder Dingerkus GmbH,

H&T Produktionstechnologie GmbH,

Heinz Schwarz GmbH & Co. KG,

Hymmen GmbH,

IMQ Ingenieurbetrieb GmbH,

Infoman AG,

Kuka Systems GmbH,

Karosseriewerke Dresden GmbH,

Lasco Umformtechnik GmbH,

Mankiewicz Gebr. & Co. KG, Module Works GmbH,

Mühlhoff Umformtechnik GmbH,

Neuhäuser Magnet- und Fördertechnik GmbH,

Ortlinghaus-Werke GmbH,

Parker Hannifin GmbH & CO. KG,

Phoenix Contact GmbH & Co. KG,

Precitec Optronic GmbH,

Promess Gesellschaft für Montage- und Prüfsysteme mbH,

Rittal GmbH & Co. KG,

Römheld & Moelle GmbH,

Salzgitter Mannesmann Forschung GmbH,

Schuler Automation GmbH & CO. KG,

Sibea GmbH,

Siebenwurst Werkzeugbau GmbH,

Siemens AG,

Steinbichler Optotechnik GmbH,

Tebis AG,

Thyssen-Krupp Steel AG,

Tower Automotive Hydroforming GmbH & Co. KG,

Trumpf Laser- und Systemtechnik GmbH,

Vogel Automatisierungstechnik GmbH,

Volkswagen AG,

Walther Pilot GmbH,

Welding Alloys Deutschland Schweißlegierungs-GmbHs,

Wörwag GmbH,

WZL RWTH Aachen.

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