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Messtechnik Innovativer Windkanal nimmt Betrieb auf

| Autor / Redakteur: Wolfgang Pester / Jens Scheiner

An der Universität Stuttgart wurde der weltweit modernste große Fahrzeug-Windkanal „angeblasen“. Die Neuerungen an dem modernisierten „Indoor Orkan“ kosteten insgesamt 15 Millionen Euro.

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Die dritte Modernisierung des Windkanals der Uni Stuttgart kostete insgesamt 15 Millionen Euro und wurde von Daimler, Opel und MTS Systems Cooperation möglich gemacht.
Die dritte Modernisierung des Windkanals der Uni Stuttgart kostete insgesamt 15 Millionen Euro und wurde von Daimler, Opel und MTS Systems Cooperation möglich gemacht.
(Foto: FKFS/Waldhorn Fotografie )

Windschnittige Automobile verbrauchen weniger Sprit. Ein gutes Aero-Design kennzeichnet ein kleiner sogenannter „Luftwiderstandsbeiwert cw“. Der VW Golf I brachte es vor 40 Jahren im Windkanal lediglich auf einen cw-Wert von 0,42. Heute kommt beispielsweise ein aktuelles Modell des Golf VII auf einen cw-Wert von 0,27 und das Mercedes Coupé CLA 180 BlueEfficiency auf 0,22. Gemessen wird der Luftwiderstandsbeiwert im Windkanal, in denen das Fahrzeug nach dem Aero-Feinschliff im Computer vom ersten Tonkörper bis hin zum fahrfertigen Modell mit ausgeklügelter Technik vermessen, aber auch bei den mehrmaligen „Orkan-Fahrten“ aerodynamisch optimiert wird. Die Neuerungen seien so innovativ, dass die Uni Stuttgart nach eigenen Angaben diese mit eingetragenem Warenzeichen und drei Patenten geschützt habe.

Prüfen und Messen

Mit der neuen Windkanaltechnik sei die Realität der Straßenfahrt laut Uni so genau wie nie zuvor darzustellen. Der Windkanal verfügt über ein modular aufgebautes Wechsel-Laufbandsystem für Serien- und Rennfahrzeuge, einen Strömungsstabilisator sowie einen Seitenwindgenerator. Mit der Prüf- und Mess-Einrichtung sind die Ziele wie Effizienzsteigerung durch die Reduktion des CO2-Ausstoßes, Verminderung des Fahrzeugeigengeräuschs sowie die Minimierung des Strömungswiderstands noch besser erreichbar. Denn der Strömungswiderstand übernimmt bei der CO2-Verminderung eine wichtige Rolle, denn er wächst quadratisch mit der Geschwindigkeit, das heißt, verdoppelt der Pkw sein Tempo von 75 km/h auf 150 km/h steigt der Strömungswiderstand auf das Vierfache. Mit einem optimalen cw-Wert und einer kleinen Frontfläche des Pkw ist der Kraftstoffverbrauch und entsprechend die CO2-Emission zu „modellieren“. Die dritte Modernisierung des Windkanals der Uni Stuttgart kostete insgesamt 15 Millionen Euro und wurde als Public-private-Partnership verwirklicht. Die langjährigen Vertragskunden Daimler, Opel und MTS Systems Cooperation haben laut Universität den Windkanal und seine fortlaufende Modernisierung möglich gemacht.

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