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Karmann Insolvenzverwalter ist optimistisch

| Redakteur: Bernd Otterbach

Der Insolvenzverwalter von Karmann hat sich optimistisch zur Unternehmenszukunft geäußert: „Wir haben eine positive Betriebsstruktur vorgefunden, auf der wir aufbauen können.“

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Das gelte auch für die Mitarbeiter, die dem Übergang in eine Transfergesellschaft zugestimmt hätten. Von der Insolvenz sind 3.470 Mitarbeiter betroffen. Wichtig sei es, in die Zukunft zu schauen, sagte er mit Blick auf den seit langer Zeit schwelenden Konflikt zwischen den Eigentümerfamilien und der Belegschaft. Die Gesellschafter hätten mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens keinen Einfluss mehr auf das Geschäft. Er schloss aber nicht aus, sie wieder „mit ins Boot“ zu holen. Auch mit der Landesregierung werde er Gespräche führen.

Suche nach Investoren läuft

„Wir suchen nach Investoren“, sagte er. Am wichtigsten sei, schnell Finanzmittel zu finden. Er wolle mit Lieferanten, Kunden und der Belegschaft reden, damit der Betrieb fortgesetzt werden könne. „Wir haben gute Kunden, die sicherlich gerne weiter mit uns Geschäfte machen wollen“, sagte Hermann. „Die Insolvenz ist kein gutes Markenzeichen“, betonte er. Das Unternehmen müsse so rasch wie möglich wieder flüssig werden. Wie viele der Arbeitsplätze zum Schluss übrigbleiben werden, wisse er noch nicht. Grundsätzlich sei bei einer Insolvenz jeder Arbeitsplatz bedroht.

IG-Metall-Chef: „Karmann hätte gerettet werden können“

Zu Details, ob zum Beispiel die Transfergesellschaft für mehr als 1.300 vor der Entlassung stehenden Mitarbeiter wie geplant ihre Arbeit aufnehmen kann, wollte er sich noch nicht äußern. Am Dienstag nach Ostern sollte die Gesellschaft ursprünglich starten, die die Arbeitnehmer mit Schulungen auf den Arbeitsmarkt vorbereiten soll. Auch konnte er nicht beantworten, ob es potenzielle Investoren für das Gesamtunternehmen oder Unternehmensteile gebe. Karmann solle so weit wie möglich erhalten werden, sagte er.

Der Osnabrücker IG-Metall-Chef Hartmut Riemann sagte, er sehe in der Insolvenz eine Chance für einen Neuanfang. „Natürlich hätte Karmann gerettet werden können.“ Er warf den Gesellschafterfamilien Karmann, Battenfeld und Boll vor, nicht genügend unternommen zu haben, um die Zahlungsunfähigkeit zu verhindern. Das Unternehmen habe Verhandlungen um einen 30-Millionen-Euro-Kredit geführt. Es habe bereits Signale des Landes gegeben, dafür die Bürgschaft zu übernehmen, allerdings nur bis zu einer Höhe von 80 Prozent. Für die restlichen 20 Prozent hätten die Eigentümer einstehen müssen. Die Familien seien dafür verantwortlich, dass die Kreditverhandlungen gescheitert seien, sagte der Gewerkschafter.

Künftig nur noch Dachsysteme

Karmann hatte am Mittwoch wegen drohender Zahlungsunfähigkeit einen Insolvenzantrag gestellt. Die weltweite Autokrise und die Sozialplankosten hätten zu dem Schritt geführt, begründete das Unternehmen. Karmann will den Bau von Autos komplett aufgeben, weil seit Jahren keine neuen Aufträge mehr eingegangen sind. Das Unternehmen will künftig nur noch Dachsysteme liefern und sich auf die Entwicklung konzentrieren. Von der für den Mai geplanten Schließung des Fahrzeugbaus sind mehr als 1.300 Mitarbeiter betroffen. Karmann erwirtschaftete im Jahr 2007 mit knapp 7.000 Mitarbeitern weltweit einen Umsatz von rund 1,5 Milliarden Euro.

dpa

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