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Faurecia-Chef tritt zurück Interims-Nachfolger von Pierre Lévi werden Jean-Claude Hanus und FrankImbert

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Der wegen seiner Verwicklung in die Schmiergeldaffäre in unter Druck geratene Chef des französischen Autozulieferers Faurecia, Pierre Lévi, ist am Mittwoch zurückgetreten.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Der wegen seiner Verwicklung in die Schmiergeldaffäre in der deutschen Autoindustrie unter Druck geratene Chef des französischen Automobilzulieferers Faurecia, Pierre Lévi, ist am Mittwoch zurückgetreten. Das teilte die Tochter des Autokonzerns PSA Peugeot Citroën nach einer Verwaltungsratssitzung in Nanterre bei Paris mit. Lévi begründete seinen Schritt "mit der Entwicklung der gegenwärtig in Deutschland geführten Untersuchungen". Er wolle weiteren Schaden vom Unternehmen abwenden.

Der Chairman und Chief Executive Officer von Faurecia stand stark unter Druck, seitdem er zugegeben hatte, von Schmiergeldzahlungen seines Unternehmens an Einkäufer von VW, Audi, und BMW gewusst zu haben. VW-Konzernchef Bernd Pischetsrieder soll daraufhin vom Chef der Faurecia-Mutter PSA, Jean Martin Folz, seine Ablösung gefordert haben. PSA hält 71,5 Prozent der Anteile an Faurecia.

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt wirft Faurecia vor, seit 1998 Schmiergelder im Umfang von zuletzt 600.000 bis 800.000 Euro jährlich gezahlt zu haben. Im Gegenzug soll Faurecia bei der Auftragsvergabe bevorzugt worden sein. Nach den Angaben der Staatsanwaltschaft war Lèvi seit 2001 über die Schmiergeldzahlungen informiert gewesen. Er gelte in den Ermittlungen als Beschuldigter und habe auch ein Geständnis abgelegt.

Seit Mai 2000 stand Pierre Lévi als Nachfolger von Daniel Dewavrin an der Spitze des Unternehmens. Für die Übergangszeit bis zur Neubesetzung der Position im September hat der Verwaltungsrat Jean-Claude Hanus zum einstweiligen Vorsitzenden des Verwaltungsrats und Frank Imbert, zurzeit Chief Financial Officer, zum geschäftsführenden Chief Executive Officer berufen. Derzeit ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen elf Zulieferer und gegen mindestens drei Hersteller.

Bei den Autofirmen, an deren Mitarbeiter Schmiergelder geflossen sind, handelt es sich um Volkswagen, Audi und BMW. Ob auch noch andere Hersteller in Mitleidenschaft gezogen sind, ließ die Staatsanwaltschaft bislang offen. Andeutungen zufolge könnte auch die spanische VW-Tochter Seat betroffen sein. Ermittelt wird gegen 20 Beschuldigte. Sie sollen Bargeld in Höhe sechsstelliger Summen pro Jahr an Einkäufer der Autokonzerne gezahlt haben, um Aufträge zu ergattern. Außerdem seien Möbel, Urlaubsreisen und Jobs zum Beispiel für eine Freundin eines Beschuldigten zur Verfügung gestellt worden.

Die Justizbehörden betrachten die bisher bekannten Fälle nicht isoliert. "Es liegt der Verdacht nahe, dass es sich nicht um Einzelfälle handelt, sondern dass ähnlich wie in der Baubranche, auch in der Automobilindustrie Schmiergeldzahlungen an der Tagesordnung sind und stillschweigend geduldet werden", hatte Gottwald betont.