Strategie Jaguar Land Rover: Britisch exklusiv

Autor / Redakteur: Wolfgang Pester / Thomas Günnel

Der Premium-Hersteller Jaguar Land Rover hat einen Run. Die Autos mit cool britischer Exklusivität verkaufen sich bestens. Und bis zum Jahr 2020 wollen die Briten das Fahrzeugangebot von heute elf auf dann 50 Modelle und Varianten erweitern.

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Jaguar feiert die Weltpremiere der neuen Sport-Limousine XE am 8. September in London. Ob mit Emeli Sandé, schottische Soul- und R&B-Sängerin, bleibt abzuwarten.
Jaguar feiert die Weltpremiere der neuen Sport-Limousine XE am 8. September in London. Ob mit Emeli Sandé, schottische Soul- und R&B-Sängerin, bleibt abzuwarten.
(Foto: Jaguar Land Rover)

Der Premium-Hersteller Jaguar Land Rover hat einen „Run“. Die Autos mit cool britischer Exklusivität verkaufen sich bestens. Nach dem Sportwagen Jaguar F-Type im Mai geht‘s im September mit Weltpremieren weiter: Am dritten Tag des Monats lässt Land Rover die Hüllen beim neuen SUV Discovery Sport fallen. Fünf Tage später wird die Sportlimousine Jaguar XE vorgestellt. Mit dem Modell wollen die Briten Kunden von Audi A4, BMW 3er und Mercedes C-Klasse fischen. Und bis 2020 will Jaguar Land Rover das Fahrzeugangebot von heute elf auf dann 50 Modelle und Varianten weiter hochschrauben.

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Moderne Antriebe

Mit dem Discovery Sport, der auf der Plattform des erfolgreichen Range Rover Evoque basiert, kommt das Aus für den kleinen Freelander.

Für den Antrieb werden zunächst die aus dem Freelander bekannten Diesel und Benziner zum Einsatz kommen. Die Motoren verfügen alle über Stopp-Start-Funktion, Hochdruck-Direkteinspritzung und Systeme zur Energierückgewinnung. Zur Wahl stehen ein komplett aus Aluminium gefertigter 2,0-Liter-Benziner und ein in zwei Leistungsstufen erhältlicher 2,2-Liter-Turbodiesel. Im Jahr 2015 ist eine hocheffiziente Dieselmotor-Variante zu erwarten, die eine CO2-Emission von 119 g/km haben soll. Die Motoren sind mit einer 9-Stufen-Automatik oder einem Sechsganggetriebe kombinierbar.Die Sportlimousine Jaguar XE erhält quer eingebaute Motoren mit Start-Stopp-Funktion und eine 9-Stufen-Automatik. Zur Motorisierung gehören neue sparsame Vierzylinder-Benziner und -Diesel aus Aluminium, die im neu errichteten Motorenwerk Wolverhampton gebaut werden. Die gleichen Antriebsmöglichkeiten gibt’s in der Sportlimousine Jaguar XE. Dort erreicht ein Diesel aus der neuen „Ingenium“-Baureihe im NEFZ-Test mit 99 g CO2/km einen vergleichsweise geringen Verbrauch. Wohl halten sich die Briten mit Daten und Preisen bis zur Weltpremiere zurück, doch der Kunde kann ab Mitte Oktober schon beide Neuen bestellen. Warten muss er allerdings, bis März 2015 heißt es beim SUV, die Sportlimousine rollt erst im Juni zum Käufer.

„Nicht zu viele Experimente“

Die Käufer werden beim britischen Premium-Hersteller das erhalten, was sie erwarten, „mit nicht zu vielen Experimenten“, wie Peter Modelhart, Geschäftsführer Jaguar Land Rover Deutschland, anlässlich eines Roundtable-Gesprächs jetzt in Essen sagte. Luxus ist selbstverständlich und fortschrittliche Technik Programm, wobei der Leichtbau mit Aluminium eine hervorgehobene Rolle spielt - bei jedem neuen Fahrzeug. Die Mittelklasse-Limousine XE ist, wie Coupé und Cabrio des F-Type sowie die neuen SUV Range Rover und Range Rover Sport aus Alu gefertigt, wobei Fahrgestell und Karosserie eine Einheit sind, also in der sogenannten „Monocoque“-Bauweise konstruiert wurden. Dafür entstand in Solihull die größte Produktionsanlage für Karosserien aus Aluminium, wo letztes Jahr bereits rund 140 000 Einheiten fertiggestellt wurden.

Der britische Kontrapunkt

Der Konkurrenzkampf im Markt der Premium-Autos wird härter. Die Briten bieten bis in die Oberklasse und bei Sportwagen heute einen coolen britischen Kontrapunkt. Nicht allein der klasse Verkauf des kleinen SUV Range Rover Evoque erinnert die deutschen Hersteller daran. Sie müssen sich wappnen im Wettbewerb mit dem traditionellen britischen Automobilhersteller Jaguar Land Rover. Sein Erfolg wirkt ein bisschen wie „The United Kingdom strikes back“ (Das Vereinigte Königreich schlägt zurück). Und möglich machte diese Entwicklung Tata Motors aus Indien, ein Unternehmen aus der ehemaligen Krondomäne Englands.

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Tatas Engagement

Tata kaufte 2008 von Ford die zwei prestigeträchtigen Marken Jaguar und Land Rover, vereinte sie zu einem Unternehmen und ließ das Management ihrer britischen Tochter den Weg weiter gehen, den es vor dem Kauf eingeschlagen hatte. Und der führte bergauf: Der Fahrzeug-Verkauf stieg von 2009 bis 2013 insgesamt um rund 130 Prozent auf 425.000 Einheiten, wobei Land Rover mit fast 348.500 SUV und 15 Prozent Zuwachs gegenüber 2012 das Gros ausmachte, der Jaguar-Absatz stieg um 42 Prozent. „Weltweit war 2013 jede Modell-Reihe im Plus“, sagte Peter Modelhart. Und es geht weiter, denn mit insgesamt mehr als 240.000 Verkäufen weltweit im ersten Halbjahr 2014 halte der stiegt der Absatz um 14 Prozent. In Deutschland liegt das Plus bei beiden Marken in dem Zeitraum bei über 16 Prozent. Im Gesamtjahr 2013 kauften deutsche Kunden knapp 14.500 Land Rover und 4.200 Jaguar, gegenüber 2012 war das ein kräftiges Plus von gut zwölf Prozent beziehungsweise 30 Prozent.

Erfolgreiche Bilanz

Jaguar Land Rover bilanziert im Geschäftsjahr 2013/14 einen Rekord. Bei einem Gesamtumsatz von umgerechnet 24,25 Milliarden Euro wurde ein Gewinn vor Steuern von rund zwei Milliarden Euro ausgewiesen. Und die britische Tochter bereitet der indischen Mutter weiter Freude: Denn im ersten Quartal, vom 1. April bis 30. Juni, des Geschäftsjahres 2014/15 verdreifachte Tata Motors seinen Nettoerlös durch Gewinne bei Jaguar Land Rover – erzielt mit cooler britischer Exklusivität.

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